01.10.2016, 10:55 Uhr

Mittersill: Wenn Fabian Scharler, der weitum jüngste Stadtrat, einkaufen geht...

Ein guter Tipp von Isabell Ellmauer: Fabian Scharler kauft Heinz Fischers Buch "Eine Wortmeldung". (Foto: Christa Nothdurfter)

Ein ganz normaler Tag im Leben des 22-jährigen Fabian Scharler - einkaufen in seiner Heimatstadt gehört dazu.

MITTERSILL (cn). Treffpunkt: 15 Uhr vor dem Rathaus. Der jüngste Stadtrat des Landes eilt herbei, gerade eben ist er aus Wien zurückgekommen. Dort standen in dieser Woche am Dienstag und am Mittwoch wichtige Termine an, die gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Viertler wahrgenommen wurden. Das Einkaufen in Bezirksblätter-Begleitung ist einerseits zwar auch ein Termin, andererseits aber ein "ganz normaler Nachmittag" für den jungen Mann.

Zum Auftakt ein Espresso...

Zum Auftakt wird erst mal ein Espresso getrunken und zwar in der traditionsreichen Konditorei Pletzer. Hier kehrt Fabian Scharler im Allgemeinen in Begleitung seiner Freunde ein. Die Runde geht gerne "auf einen Kaffee", wobei als beliebte "Schauplätze" auch die Bäckereien Tildach und Ensmann sowie die Kiosk-Lounge beim Bahnhof dienen. Diesmal lädt der Altweibersommer zum Sitzen unter den Kastanienbäumen im gemütlichen Pletzer-Gastgarten ein. Kellnerin Claudia Fankhauser freut sich über den "netten Gast", erfüllt innerhalb kürzester Zeit die Kaffee-Wünsche und lässt sich auch gerne beim Servieren fotografieren.

Ein Tausendsassa

Der junge Lokalpolitiker - seines Zeichens auch noch Bildungswerkleiter und bei der Feuerwehr auch in der Verwaltung und als Schriftührer aktiv - erzählt, dass er schon in der Hauptschule politisch interessiert gewesen sei. "In den Tourismusschulen Bramberg war ich dann Schulsprecher und als ich noch im letzten Schuljahr war, erhielt ich die Chance, Stadtrat zu werden."
Mittlerweile pendelt der Pinzgauer an drei Tagen pro Woche per Bus und Zug nach Innsbruck; dort studiert er Rechts- und Politikwissenschaften. Würde er den Hauptwohnsitz in die Tiroler Hauptstadt verlegen, um leichter eine kleine Wohnung zu finden, könnte er sein politisches Amt in Mittersill nicht mehr ausüben.

"Ich schätze das Persönliche...."

Zurück jedoch zum Einkaufen: "Bücher, die ich für das Studium brauche, kaufe ich immer in der Buchhandlung Ellmauer. Was nicht vorrätig ist, kommt innerhalb von zwei, drei Tagen. Viel schneller geht es auch im Internet nicht." Fabian Scharler weiß, wie wichtig es vor allem auch für die Zukunft der Region ist, vor Ort einzukaufen. "Außerdem schätze ich das Persönliche, die Freundlichkeit, den Service und die gute Beratung in unseren Geschäften."

Bauernmarkt statt Bundespräsidenten-Wahl

Der Kaffee ist getrunken, die Lebensgeister neu erwacht und der Serviererin und den anderen Gästen der Konditorei ein "Pfiat enk" gesagt. Auf geht's "zum Ellmauer", um das Werk "Theorien der internationalen Beziehung und Politikwissenschaft" zu ordern - die Uni ruft wieder. Isabell Ellmauer bestellt das Buch und weiß auch, was dem ihr natürlich bekannten Kunden außerdem gefallen könnte: "Eine Wortmeldung" vom ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer. Sie trifft mit ihrem Tipp ins Schwarze - schon gekauft! Den Komplikationen rund um die BP-Wahlwiederholung kann Fabian Scharler schmunzelnd etwas Positives abgewinnen: "Jetzt kann ich am 2. Oktober wenigstens zum Hollersbacher Bauernmarkt gehen, sonst wäre ich den ganzen Tag Wahlbeisitzer gewesen."


Kleiner Plausch inklusive

So, weiter geht es zum Mittersill Plus-Standort am Stadtplatz, denn der bald 23-Jährige schätzt Geschenksgutscheine als praktisches Präsent. Mit im Paket oder besser gesagt im Kuvert: Ein kleiner Plausch mit Renate Hörbiger - fein, wenn man sich untereinander kennt! Nachdem dann auch die Redakteurin zum Reden aufhört, geht es abschließend noch in die Bäckerei Tildach. Eigentlich sollten es Weckerln werden, aber Bäckermeister Heimo Tildach preist seine neue Brotkreation - ein bekömmliches und schmackhaftes Roggenbrot, das ohne Hefe gebacken wird, - so begeistert an, dass Fabian Scharler gerne zu einem halben Laib davon greift. Und dann heißt es noch einmal: "Pfiat enk und bis bald!"
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