28.06.2016, 15:42 Uhr

Regionale und biologische Lebensmittel von COOPinzgau

Renate Holzer im COOPinzgau-Laden im Zentrum von Mittersill. Auch in Bramberg und Uttendorf gibt es eine Abholstelle. (Foto: Christa Nothdurfter)

So sinnvoll! Hochwertige Nahrungsmittel aus der Region kaufen, ohne viele Kilometer fahren zu müssen.

MITTERSILL/PINZGAU (cn). "Mama, ich muss die Kokosnuss ja nicht jetzt haben. Warten wir lieber, bis die Früchte in Österreich reif sind." So äußerste sich Renate Holzers Tochter, nachdem sie erfahren hatte, woher die exotische Frucht, die sie im Supermarkt gerne gekauft hätte, herkommt. Wieder einmal ein Beweis dafür, wie sehr Kinder vom Tun der Eltern beeinflusst werden...

Faire Preise


Renate Holzer, ihres Zeichens Biologie-Lehrerin und Gemeindevertreterin in Mittersill, hat gemeinsam mit Guido Janitz und Georg Keil im Vorjahr aus Überzeugung und mit viel Engagement den Verein "COOPinzgau" gegründet. Dieser ist Träger eines gleichnamigen Onlineshops. Angeboten werden biologische Produkte aus der Region zu auch für die Anbieter fairen Preisen.

30 Anbieter, 100 Kunden
Wie der Einkauf konkret funktioniert? "Nun, jede Woche zwischen Samstag und Dienstag Mittag kann man unter www.coopinzgau.at Bestellungen aufgeben. Zum Abholen liegen die Waren dann in unserem Laden am Stadtplatz 6 bereit und zwar am Freitag zwischen 13 und 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 12 Uhr. Zusätzlich bieten wir hier auch lagernde Artikel, wie zum Beispiel Honig, Getreide oder Säfte an. Derzeit ,spinnt' die Online-Seite beim Bestellen ab und zu, aber noch im heurigen Juli bekommen wir eine neue Software, welche vor Hackerangriffen geschützt ist."

Positive Bilanz nach einem Jahr

Nach gut einem Jahr können Renate Holzer & Co. jedenfalls eine sehr positive Bilanz ziehen. "Wir kooperieren vor allem beim Anliefern und beim Sortieren mit der Lebenshilfe, arbeiten mit rund 30 Produzenten wie beispielsweise dem Oberfilzbachbauern in Mittersill oder dem Stechaubauern in Saalfelden zusammen, und haben etwa hundert registrierte Kunden aus dem Oberpinzgau. Unser kaufmännisches Ziel ist, dass sich der Onlineshop nach insgesamt drei Jahren von selber trägt. Ein großer Wunsch von uns wäre auch, noch mehr Produkte aus dem Pinzgau anbieten zu können. Der stetig sinkende Milchpreis könnte dies beschleunigen, denn zusätzliche beziehungsweise neue Produkte werden für die Landwirte in der Region immer wichtiger werden."



Nachfolgend noch ein "Kommentar" der Redakteurin

So unscheinbar der COOPinzgau-Laden (S. 22/23) von außen ist, so beeindruckend ist das, was sich innerhalb der Haustür - Achtung, Stiege nach unten - und vor allem natürlich im Online-Bereich abspielt. Wem das bewusste Einkaufen sowohl in regionaler als auch in biologischer Hinsicht ein Anliegen ist, weiß, wie viel Zeit das kostet und wie viele Autokilometer dazu notwendig sind. Der eine Pinzgauer Landwirt bietet am Hof Butter an, der andere Rindfleisch und wieder ein anderer Kräuter aus dem Bauerngarten hoch oben am Sonnberg. Die Protagonisten von COOPinzgau haben es möglich gemacht, dass man die gewünschten Lebensmittel bequem von zu Hause aus bestellen und dann gesammelt an zentraler Stelle abholen kann. Freilich mit einem Aufschlag, aber wie wertvoll Zeit ist und was Benzin kostet, ist ja hinlänglich bekannt. Einen hohen Bekanntheitsgrad wünscht man daher auch COOPinzgau.

(Christa Nothdurfter)
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