06.06.2016, 13:31 Uhr

Wohnungen für Menschen mit Behinderung

LR Heinrich Schellhorn, Alexander Egger (Bewohner) , Ernestine Harrer (GF anderskompetent Gmbh) , Bgm. Erich Rohrmoser (Foto: LMZ)
SAALFELDEN. Nicht alle Menschen sind in der Lage, alleine und selbstständig in einer Wohnung zu leben. Für eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen hat die anderskompetent gmbh über ihren Teilbetrieb "wohnenanderskompetent" im Raum Pinzgau, konkret in Saalfelden und Zell am See, Abhilfe geschaffen: Selbstständig Wohnen mit Teilbetreuung, so das neue Konzept. Mittlerweile sind es zehn Personen, die in Einzelwohnungen oder Wohngemeinschaften wohnen und von vier Betreuerinnen und Betreuern unterstützt werden. Einkaufen, Kochen, Putzen, Bügeln – alle Herausforderungen des Alltags werden mit dieser Unterstützung gut gemeistert.

Selbstbestimmtes Leben

"Es ist unser Ziel, Menschen mit Behinderungen den Weg zu einem möglichst eigenständigen und selbstbestimmten Leben zu ebnen. Das heißt, dass sie individuelle Unterstützung erhalten, um selbstständig in den Städten und Gemeinden zu wohnen, zu arbeiten und zu leben. Wohnformen wie das teilbetreute Wohnen sind ein wichtiger Schritt, um meinen sozialpolitischen Zielen Selbstbestimmung und Inklusion näher zu kommen. Das bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen sich als Teil der Gesellschaft fühlen und erleben können, ohne strukturelle Ausgrenzung erfahren zu müssen", so Sozialreferent Landesrat Heinrich Schellhorn heute beim Besuch einer der betreuten Wohneinheiten in Saalfelden.

Ideale Wohnungen

Mit Unterstützung der Stadtgemeinden Saalfelden und Zell am See ist es gelungen, geeignete und günstige Wohnungen zu finden. Die Wohnungen befinden sich in Schüttdorf und im Zentrum von Zell am See, im Zentrum von Saalfelden und auf dem Gelände des Seniorenwohnhauses in Saalfelden-Farmach. Beim Aussuchen und Einrichten waren die betreffenden Menschen aktiv beteiligt. Wichtige Kriterien waren unter anderem, die Nähe zu den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern, um einer Vereinsamung vorzubeugen und gemeinsame Freizeitaktivitäten zu ermöglichen. So kann ein selbstständiges und gutes Leben trotz Beeinträchtigungen sehr gut gelingen.

Bedarfsorientiertes Angebot

"Es war uns ein großes Anliegen für Menschen mit Behinderungen ein Wohnangebot nach Oberrain zu entwickeln. Bis vor kurzem gab es nur das vollbetreute Lebenshilfewohnheim oder wieder zurück zu den Eltern. Gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft Zell am See haben wir ein bedarfs- und bedürfnisorientiertes Angebot entwickelt. Wir reagieren flexibel auf den Bedarf jeder einzelnen Bewohnerin und jedes einzelnen Bewohners", erläuterte Ernestine Harrer, die Geschäftsführerin der anderskompetent gmbH. "GeWoh" ist gering betreutes Wohnen mit nur ein paar Stunden Betreuung pro Woche (drei bis acht Stunden). Beim teilbetreuten Wohnen "TeWoh" werden die Bewohnerinnen und Bewohner zehn bis 14 Stunden pro Woche unterstützt.

Text: LMZ
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