17.04.2016, 13:03 Uhr

LR Josef Schwaiger: Die Grundzusammenlegung in Piesendorf bringt große Vorteile

Ein Foto aus dem Jahr 2014, man kann den "Fleckerlteppich" erahnen. (Foto: Land Salzburg)

Auf einem Gebiet von 600 Hektar wurde die Anzahl der Grundstücke von 860 auf 320 reduziert

PIESENDORF (Landeskorrespondenz). Die im August 2014 begonnene Grundzusammenlegung in Piesendorf ist nun abgeschlossen und wird heute Sonntag, 17. April, mit einem großen Fest unter dem Motto "Ein Dorf mit neuen Grenzen" in Piesendorf gefeiert. Auf einem Gebiet von 600 Hektar wurde die Anzahl der Grundstücke von 860 auf 320 reduziert. Das erleichtert den insgesamt 100 beteiligten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ihre Arbeit maßgeblich und sie können ihre Flächen nun zeitgemäß bewirtschaften.

Ein großes Lob an die betroffenen Landwirte

Agrarlandesrat Josef Schwaiger: "Wenn man sich die alten Pläne mit den unzähligen kleinen Grundstücken ansieht, wird deutlich, wie aufwändig die Bewirtschaftung hier war. Mit dieser Grundzusammenlegung wurden zeitgemäße Strukturen geschaffen. Manchen Landwirten ist es sicher nicht leicht gefallen, sich von einzelnen Grundstücken zu trennen und neue zugeteilt zu bekommen. Insgesamt ist eine Grundzusammenlegung aber ein Projekt, von dem noch viele darauffolgende Generationen profitieren werden und das wesentlich dazu beiträgt, landwirtschaftliche Existenzen auf Dauer abzusichern. In zahlreichen Verhandlungen und Einzelgesprächen ist es gelungen, die Flächen neu einzuteilen und damit für jeden einzelnen Beteiligten eine Verbesserung seiner Flächenstruktur zu erreichen. Die Entscheidung der Landwirte, das Projekt anzugehen, war eine richtige und zukunftsweisende."

Großer Nutzen für Ökonomie und Ökologie

In Piesendorf wurden nicht nur Grundstücke neu geformt. Weganlagen wurden neu errichtet und ermöglichen eine sehr gute Erreichbarkeit der Flächen. Ebenso wurde auf die umfangreiche Einbindung ökologischer Aspekte geachtet. Sowohl der Bestand von 14 Hektar stehender Gewässer als auch 10,8 Kilometer Fließgewässer sowie die bestehenden Streuwiesen blieben erhalten. Weiters wurden zirka 5,5 Kilometer Hecken sowie 108 Bäume gepflanzt. Überhaupt sind Grundzusammenlegungsverfahren als ganzheitliche Projekte zu sehen. Es wurden von 17 Bahnübergängen der Pinzgauer Lokalbahn, die quer durch das Zusammenlegungsgebiet verläuft, insgesamt elf aufgelassen, um so die Sicherheit maßgeblich zu erhöhen. "Besonders wichtig ist mir, dass Landwirtschaft und Ökologie bei den Maßnahmen Hand in Hand gehen. Dass ein Gewinn für die Landwirtschaft nicht einen Verlust für die Umwelt bedeuten muss, zeigt auch dieses Projekt ganz deutlich. Da braucht es Fingerspitzengefühl und das wurde hier bewiesen", so Schwaiger.

Bgm. Hans Warter dankt allen Beteiligten

Der Piesendorfer Bürgermeister Johann Warter: "Damit die kleinstrukturierte Landwirtschaft in unseren Gebirgsgauen bestehen kann, ist es notwendig für die nächsten Generationen Voraussetzungen zu schaffen, dass möglichst rationell und wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Mit der Grundzusammenlegung in Piesendorf ist das gelungen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, Anton Aberger und Josef Geisler darf ich besonders hervorheben. Vor vier Jahren galt das Vorhaben als nahezu gescheitert, ein Vorstoß von Ortsbäuerin Claudia Entleitner hat es wieder ins Rollen gebracht, wobei ich besonders Referatsleiterin Friederike Moser und Projektleiter Wolfgang Haupolter von der Agrarbehörde dankend erwähnen darf. Die Gemeinde Piesendorf hat 2,44 Hektar alte Wegflächen, teilweise auch Gewässer, ins Wegenetz eingebracht und zirka 130.000 Euro an finanziellen Mitteln. Jetzt ist das Ziel für uns erreicht. Für unsere Kinder und Enkel wurde ein fruchtbarer Boden gelegt."

"Das war ein steiniger Weg"

Anton Aberger und Josef Geisler, Obmann und Stellvertreter der Zusammenlegungsgemeinschaft: "Wir haben in Piesendorf einen steinigen Weg hinter uns. Die Zeit während der Baumaßnahmen war sehr arbeitsintensiv und verlangte großen Einsatz aller Beteiligten. Manchmal ging es bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Doch man half zusammen und so konnte das Projekt realisiert werden. Wir sind stolz auf das gute Ergebnis. Die Grundzusammenlegung bringt eine große Arbeitserleichterung bei der Bewirtschaftung und sichert die Zukunft unserer bäuerlichen Betriebe."

Fakten zur Grundzusammenlegung Piesendorf

Zuständig für die Durchführung von Grundzusammenlegungsverfahren ist die Agrarbehörde des Landes Salzburg. Die Bauarbeiten sind nun abgeschlossen und die vorläufige Besitzübergabe der neu geformten Grundstücke ist bereits erfolgt. Die grundbücherliche Umsetzung der Neueinteilung soll aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2017 erledigt sein.
Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 1.420.000 Euro. Davon werden 866.200 Euro (61 Prozent) von Land, Bund und EU bereitgestellt. Die restlichen 553.800 Euro (39 Prozent) trägt der Interessentenanteil, betrifft also die Grundeigentümer sowie die Gemeinde Piesendorf, die Pinzgaubahn und die Landesstraßenverwaltung.

Die Baukosten teilen sich folgendermaßen auf: Für den Wegeneubau inkl. Bauwerke und Wegerückbau sind 1.010.000 Euro kalkuliert, für die ÖKO Maßnahmen 110.000 Euro sowie für die Planierungen und Sonstiges (Stadeln, Zaun, Wasser etc.) 330.000 Euro.

Fotos Nr. 1 - Land Salzburg
Fotos Nr. 2 bis 4 - Wolfgang Haupolter

Nachtrag: Unter folgendem Link gibt's nun die Fotos vom Fest:
http://www.meinbezirk.at/pinzgau/lokales/bilder-vo...
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