05.04.2016, 09:04 Uhr

Mobilität: Abhängig von der Steckdose

Taxiunternehmer Bernhard Huber, 2,02 Meter groß, passt sogar in den Renault Twizy von Harald Zehentner.

Benzin- und Dieselmotoren werden aussterben wie Dinosaurier. Davon sind Fans der Elektroautos überzeugt.

SAALFELDEN. Mit einem Elektroauto unterwegs zu sein, sei ein völlig anderes Fahrgefühl. Einfach "glass", schwärmt Alfred Wieland, Geschäftsführer vom Congress Saalfelden. Er ist ein Anhänger der E-Mobilität und treibende Kraft hinter dem ersten "Saalfeldner ElektroFrühling", der am Samstag, dem 9. April, beim Congress Saalfelden stattfinden wird.

Gelegenheit zum Test
Neben einer Reihe von E-Bikes stehen den Besuchern auch 18 Elektro-Autos zum Testen zur Verfügung. In Saalfelden gibt es bereits einige Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Sie werden bei der Veranstaltung an einer Podiumsdiskussion zu dem Thema teilnehmen und sich den Fragen des Publikums stellen. Renault-Händler Harald Zehentner hat bereits 40 Kunden, die mit seinen E-Autos fahren und von der Technik begeistert sind. Der Aufbau der Infrastruktur gehe allerdings nur schleppend voran, und es gebe ständig Ärger mit zugeparkten Ladestationen, so Zehentner. Bei den Autofahrern müsse ein Unrechts-Bewusstsein geschaffen werden: "Ein normaler Mensch stellt sich ja auch nicht auf einen Behindertenparkplatz."

Kinderkrankheiten
Auch die Reichweite ist derzeit noch ein wunder Punkt, wie die Experten anmerken. Das erfordere eben ein gewisses Umdenken, eine Planung der Fahrten wie eine Reise. Taxiunternehmer Bernhard Huber fährt mit einem Tesla S, dem Luxusmodell unter den Elektrofahrzeugen. "Das ist ein Objekt der Begierde", wie er es nennt. Er deckt damit mit einer Aufladung 400 Kilometer ab. Susanne Radke, von der Klima- und Energie Modellregion Oberpinzgau, berichtet, dass für die Flüchtlingsbetreuer zwei Smarts angeschafft wurden, diese im Winter aber die Strecke von Krimml nach Zell am See und retour kaum ohne neues Aufladen geschafft hätten.

Auch höhere Kosten bei der Anschaffung und im Betrieb lassen Interessenten noch abwarten. "Wer es sich leisten kann, soll Vorreiter sein", argumentiert Zehentner. "Denn mit einem E-Auto bin ich nicht laut, ich stinke nicht und habe einen hohen Komfort. "Für Privatpersonen ist es nicht billig, aber Unternehmen sparen sich viel über Steuern und das Kilometergeld", erklärt Walter Steiger von ecodrive, einem jungen Start-up Unternehmen, das die Autos vermietet.
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