19.05.2016, 14:11 Uhr

Das modische Lebensgefühl anno 1816 bis heute

Burgherr Paul Anzinger, Schülerin Sarah Gollackner, Direktorin Michaela Jöris und LH-Stv. Christian Stöckl. (Foto: LMZ/Neumayr/MMV)

Die Sonderausstellung zum Jubiläumsjahr 20.16 auf der Burg Hohenwerfen zeigt den historischen Wandel am Beispiel der Mode.

WERFEN. Nicht nur für Modebewusste ist die neue Ausstellung auf Hohenwerfen ein Genuss. Für das Jubiläumsjahr 2016 haben Schülerinnen und Schüler der Modeschule Hallein Kleider[F]formen. Einst & heute. das Lebensgefühl der Zeit um 1816 mit jenem von 2016 in Verbindung gebracht.

Von der Recherche bis zur Präsentation

Die zahlreichen Besucher – unter ihnen auch LH-Stv. Christian Stöckl – zeigten sich begeistert von den überaus ansprechenden Modellen der Halleiner Jungdesignerinnen, die Kleider um 1816 neu interepretierten und so ins Jahr 2016 transferierten. Nicht nur die Modelle wurden von den Schülerinnen selbst designt und gefertigt, auch die Aufbereitung der Ausstellung wurde von ihnen in professioneller Weise durchgeführt. Von der Recherche über die Konzeption bis hin zum Designprozess und zur Fertigung der Kleider wurden sie von ihren Pädagoginnen Ulrike Kölzer, Maria Jungwirth und Veronika Lang begleitet. Die Ausstellung ist noch bis Ende Oktober auf der Burg Hohenwerfen zu besichtigen.

ZUR SACHE:
Kleidung als Abbild des Zeitgeistes

Die Mode spiegelt immer das Lebensgefühl ihrer Zeit. Ende des 18. Jahrhundert änderte sich die soziale Ordnung in Europa grundsätzlich und damit auch die Mode. Die Ursachen waren vielfältig. Die Französische Revolution von 1789 führte einen grundlegenden Wandel in der Ästhetik der Mode ein. Der Unterschied von Rang und Stand sollte in der Kleidung nicht mehr sichtbar werden. Die extravagante Hofkleidung des Rokoko wurde von einem einfacheren und bequemeren Stil abgelöst. In Großbritannien war die industrielle Revolution ein Motor der Modernisierung. Mode wurde erstmalig in Konfektionen produziert und damit erschwinglicher. Eine weitere Ursache für die Veränderung war die romantische Geisteshaltung. Der Blick wurde schwärmerisch verklärt und eine Sehnsucht nach dem Geheimnisvollen beherrschte den gesamten Lebensstil. Ausgrabungen im antiken Herculaneum verstärkten die Idee von einem „Zurück zur Natur“ und lösten eine Antikenbewunderung aus, auch Burgruinen waren Sehnsuchtsorte der bürgerlichen Gesellschaft.
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