01.06.2016, 06:13 Uhr

"Bienen sind in Gefahr"

Die Faulbrut grassiert derzeit im Pongau. Nur durch größte Achtsamkeit kann sie eingedämmt werden.

RADSTADT (ms). Bereits im letzten Jahr wurde ein Fall der Faulbrut – eine seltene Bienenseuche – im Pongau verzeichnet. Damit kein Übergriff von einem auf ein anderes Bienenvolk stattfindet, wird von den Imkern größte Achtsamkeit gefordert. Auch die Kunden und Grundbesitzer sind aufgefordert mitzuwirken.

Infektion mit der Faulbrut
Einzelne Faulbrut-Fälle können unabhängig voneinander auftreten. "Nachzuvollziehen, wo sich Bienen mit der Seuche infiziert haben, ist eher schwierig", weiß Ernst Kocher, Imkerobmann aus Radstadt. Etwa können sich die fleißigen Insekten an offenen, in den Müll geworfenen Honiggläsern, in denen sich Faulbrut-Sporen befinden, infizieren. Daher sollte derzeit kein Honig im Außenbereich verwendet werden, weder zum Essen, noch zum Eincremen.

Für die Bienen verheerend

Die Faulbrut ist für Menschen absolut ungefährlich, sämtliche Imkerprodukte können bedenkenlos verzehrt werden. Für die Bienen ist sie verheerend. Die Faulbrut wird von Bakterien ausgelöst, die für das Absterben der Maden und ein Fäulen der Bienenbrut verantwortlich sind.

Info an die Gemeinden
Das Standort-Wechseln der Bienenvölker ist inzwischen strengstens verboten. Drei Kilometer rund um aufgetretene Fälle wurden Sperrgebiete ausgerufen. „Hier dürfen keine Bienenköniginnen und keine Bienen zugekauft werden. Grundsätzlich muss jeder die Gemeinde über das Standort-Wechseln informieren und das Gesundheitszeugnis vorlegen. Das wurde leider bisher nicht so gehandhabt“, weiß der Imkerobmann. Zudem sind die Grundbesitzer aufgefordert, sich über das Gesundheitszeugnis zu informieren, wenn sie eine Ansiedelung von Bienenvölkern auf ihren Flächen genehmigen.

Rasches Handeln erforderlich
Löcher an der Brutzelle geben Anzeichen für die Faulbrut, zudem der faulende Geruch. „Es muss darauf geachtet werden, dass die Bienen mit Honig vollgefressen sind. Danach müssen sie zur 'Sanierung' in eine gut durchlüftete Kiste und 48 Stunden in den Keller gestellt werden. Die Bienenbeute muss gründlich mit einer Ätz-Natronlauge gereinigt, auf 110 Grad Celsius erhitzt und zusätzlich abgeflämmt werden. Beim Verbrennen der Waben greift das Radstädter Heizwerk unter die Arme", weiß Kocher. Was nicht benötigt wird, muss entsorgt werden. "Es ist ein Appell an die Disziplin jedes Einzelnen, denn nur gemeinsam, durch eiserne Disziplin und einen guten Zusammenhalt, kann es gelingen diese Bienenseuche einzudämmen."
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