15.04.2016, 16:50 Uhr

Im Schweinsgalopp durch Wald und Feld

Als echte Rampensau posierte Naomi für die Kamera. Mit Hüfte natürlich.

Ein Leben in rosarot zwischen Tennengebirge und Hochgründeck führen die Fritztaler Freilandschweine.

HÜTTAU (ap). Fast väterlich blickt Max Mann auf seine Ferkel, die kreuz und quer um seine Beine herumwuseln. Am Aigenreitgut bei Hüttau hat er ihnen ein kleines Paradies geschaffen. "Meine Schweindeln können zu jeder Tages- und Nachtzeit raus. Zum sulen in den Gatsch, für einen nächtlichen Spaziergang in den Wald oder rauf auf's Feld", erzählt er wohlwollend am Weg Richtung Waldrand. Seine Tiere folgen ihm auf Schritt und Tritt. "Schweine sind sehr sozial. Und sie sind neugierig", kommentiert Max Mann. Bei all der Idylle fällt es einem als Besucher schwer daran zu denken, dass nach knapp einem Jahr die Tage der verschmusten Tiere gezählt sind.

Artgerecht und in Bewegung
"Aus dem ursprünglichen Gedanken, als Metzger gerne bestes Fleisch zu verkaufen und zu veredeln, entstand die Zucht. 2008 startete ich mit einem Mutterschwein. In der Kreuzung von schwäbisch-hällschem Landschwein – eine deutsche Rasse, die vom Aussterben bedroht ist – und dem Duruc als Vaterlinie habe ich die ideale Mischung gefunden. Nämlich das Fritztaler Freilandschwein mit seinem besonders g'schmackigen Fleisch", betont Max Mann, der unter dieser Marke sowohl Frischfleisch, als auch über zehn verschiedene veredelte Produkte in seinen Filialen in Hüttau und Bischofshofen anbietet. Auch regionale Spitzengastronomen bestellen regelmäßig vor.

"Auch mir blutet das Herz"
"Die Ferkel sind bei uns geboren, aufgewachsen, werden von mir geschlachtet und veredelt. Da langsames Wachstum und hohe Fleischqualität angestrebt werden, wird auf Wachstumsförderer und Hormone bewusst verzichtet", garantiert Mann. Und was sich hier so abgebrüht liest, lässt in Wirklichkeit auch den gestandenen Fleischer nicht kalt: "Natürlich tut es mir oft leid, wenn ich meine Tiere auf den letzten Weg begleite. Aber mir ist lieber, ich tue es, als wenn wer anderer die Schweine holt und ich kann nicht sicher sein, dass sie ein stressfreies Ende finden", so Mann abschließend.
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