10.03.2016, 16:21 Uhr

Lungau, der "Waldgau"

Dominik Posch, Leiter des Landesforstgartens ins Werfen und Landesforstdirektor Michael Mitter beim Aushub der Fichten in Tenneck.

52 Prozent des Bezirks besteht aus Wald. Nur wenige Flächen davon sind außer Ertrag.

Derzeit "pflücken" Mitarbeiter des Landesforstgartens in Tenneck (Pongau) in Handarbeit junge Fichten. Dort stehen die Pflanzen dicht an dicht – rund 80 Stück auf einem Meter Länge. "Der Fachmann nennt diese Arbeit Aushub. Die jungen Fichten werden danach verschult, das heißt im Kühlhaus gelagert, bis ein Grundbesitzer sie braucht und bei uns kauft", erklärt Dominik Posch, der Leiter des Landesforstgartens in Werfen. Dort werden Lärchen, Fichten, Tannen, Zirben und einige Laubbäume aufgezogen und an Förster, privat Waldbesitzer und an die Bundesforste im ganzen Land verkauft. "700.000 Stück Jungbäume wechseln bei uns pro Jahr den Besitzer", weiß Michael Mitter, Landesforstdirektor. Diese Arbeit ist nötig, da der Wald genutzt wird und dennoch erhalten bleiben muss.

Wenig Wald außer Ertrag

52 Prozent des Lungaus besteht aus Wald. Diese 53.212 Hektar machen den drittgrößten Waldanteil der Bezirke im Landes Salzburg aus. Lediglich der Tennengau mit 61 Prozent und der Pongau mit 57 Prozent Waldanteil liegt vor dem Lungau. All diese Flächen haben bestimmte Funktionen und nur wenige sind außer Ertrag.

Größte Anteil ist Schutzwald

"Wir teilen dem Wald vier Funktionen zu: Die Nutzfunktion beträgt im Lungau 40 Prozent. Diese Wälder dienen der Gewinnung des Rohstoffes Holz zur Weiterverwendung. Der größte Anteil mit 58 Prozent ist Schutzwald, der Boden und dessen Bewuchs oder bewohnte Gebiete und Straßen vor Erosion o.ä. schützt. Für die Reinigung unseres Wassers und der Luft steht ein Prozent des Waldanteils zur Verfügung – das ist die Wohlfahrtsfunktion. Ein weiterer Prozent der Lungauer Wälder dient der Erholung und gibt Wanderwegen, Skipisten oder Mountainbike-Routen Raum", erklären Posch und Mitter.
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