28.03.2016, 10:00 Uhr

"Man hat mir geschrieben, dass ich Ehen gerettet habe"

Barbara Balldini spielt ihr Programm "Balldini kommt" am 1. April in Tenneck. (Foto: XXXXX)

"Sexpertin" Barbara Balldini im BB-Interview

Am 1. April kommt Österreichs lustigste Sexualpädagogin nach Tenneck. Die gebürtige Tirolerin Barbara Balldini hat ihre Erfahrungen aus dem Beruf in ein Kabarett verpackt und ist mit ihrem dritten Programm nun im Pongau zu sehen. Die BB haben sie vorab befragt.

Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Erfahrung als Sexualpädagogin im Kabarett mit den Leuten zu teilen?
Im Grunde war es purer Zufall. Ursprünglich wollte ich einen Vortrag schreiben, der allerdings als „Kabarett“ wahrgenommen wurde, was mich selbst sehr erstaunt hat. Durch meine sexualpädagogische Praxis fühlte ich mich gezwungen, auf die Bühne zu gehen und manche Dinge laut zu sagen. Allerdings stets mit großem Respekt vor dem Thema und den Menschen. Es liegt mir sehr daran, hilfreich zu sein und niemandem auf „den Schlips zu treten“.

Geht es Ihnen darum, die Hemmschwelle der Menschen beim Thema Sex herabzusetzen?
Es geht eher darum, aufzuklären und Mythen und falsche Vorstellungen zu beseitigen. Trotz übersexualisierter Präsenz von Medien wissen viele Menschen immer noch nicht so genau, wie man über das Thema Sex reden soll. Schon gar nicht über die eigene Sexualität, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche bzw. Ängste.

Ihr Programm „Balldini kommt“ behandelt die Sexualität vom Kleinkind bis zum Senioren. Kann also jeder in Ihr Programm kommen oder gibt es eine gewisse Altersfreigabe?
Mein Publikum ist von 16 Jahren aufwärts bis äußerst betagt. Mein ältester Zuschauer war exakt 100 Jahre alt. Sexualität geht uns alle an und ist ein lebenslanges Thema.

Sie verzichten im Programm auf ordinäre Sprache. Kommt es dennoch vor, dass sich Leute im Publikum peinlich berührt fühlen?
Das kommt immer wieder vor, besonders, wenn ich einen „Nerv“ erwische. Zum Glück gehen von 30.000 Zuschauern pro Jahr gerade mal eine Handvoll Menschen schon vor der Pause nach Hause. Möglicherweise ist die Oma krank geworden oder der Babysitter kommt nicht klar – was weiß man. Ich nehme das Flüchten aus meinem Programmen niemals persönlich.

Kann man Ihr Programm als humorvollen Aufklärungs-Unterricht für Erwachsene beschreiben?
Absolut. Schließlich gibt es in jedem Programm viel zu lernen und viel zu lachen. Und obwohl wir so aufgeklärt scheinen, wissen wir noch lange nicht alles. Männliche und weibliche Sexualität sind ohnehin grundverschieden. Und die Pornoindustrie vermittelt oft Bilder, die im realen Leben völlig anders sind.

Glauben Sie, dass für jeden Zuschauer etwas Neues dabei sein wird, das man von diesem Kabarett-Abend mit nach Hause nehmen kann?
Immer! Darauf lege ich großen Wert. Die Menschen sollen ja nicht umsonst zu mir gekommen sein. Schließlich bezahlen sie nicht nur für Unterhaltung, sondern auch dafür, dass sie von meinem Wissen profitieren.

Haben sich Leute schon bei Ihnen für Tipps bedankt?
Ständig. Das ist auch der Grund, warum ich immer noch auf der Bühne stehe. Es liegt mir sehr am Herzen, nützlich zu sein für möglichst Viele auf möglichst lange Zeit. Man hat mir schon geschrieben, dass ich Ehen gerettet habe. Das ist das Schönste, was man mir sagen kann.

Mit welchen Erwartungen dürfen die Zuschauer nach Tenneck zu Ihrem Auftritt kommen?
In diesem Programm geht es wie gesagt um unser Sexualleben, von der Geburt bis zum Tod. Wie wir uns entwickeln, welche sexuellen Charatkertypen in den frühkindlichen Phasen entstehen können, wie sich diese im Bett benehmen und was passiert, wenn die unterschiedlichen sexuellen Charaktertypen im Bett zusammen kommen. Natürlich gibt es auch Tipps und anschauliche Beispiele für ein fröhliches Sexualleben.
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