30.03.2016, 17:02 Uhr

Neues Schilddrüsenzentrum setzt österreichweit Maßstäbe

Arbeiten im neuen, interdisziplinären “Schilddrüsenzentrum” im Krankenhaus Schwarzach eng zusammen (v.l.): Die drei Primare Josef Hutter (Nuklearmedizin), Anton Hittmair (Pathologie) und Franz Messenbäck (Chirurgie). (Foto: KH Schwarzach)

Von der Diagnose über Therapie bis zur Nachsorge wird im Schilddrüsenzentrum des KH Schwarzach alles angeboten.

SCHWARZACH (ap). In Österreich werden jährlich rund 10.000 chirurgische Eingriffe aufgrund von Schilddrüsenknoten durchgeführt. Mit seinem neuen, interdisziplinären “Schilddrüsenzentrum” hat das Schwerpunktkrankenhaus Schwarzach jetzt ein zukunftsweisendes Modell etabliert. Chirurgen, Nuklearmediziner und Pathologen arbeiten eng zusammen, Patienten werden von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge umfassend betreut. Weiterer großer Vorteil für viele Betroffene: Eine spezielle minimal-invasive Operationsmethode erfordert nur sehr kleine Schnitte und hinterlässt kaum sichtbare Narben am Hals.


Alleinstellungsmerkmal in Österreich

Als einziges Spital in Österreich bietet das Kardinal Schwarzenberg’sche Krankenhaus in Schwarzach seit nunmehr 15 Jahren einen endoskopischen Eingriff bei Schilddrüsen-OPs an. Primar Franz Messenbäck, Leiter der chirurgischen Abteilung, gilt im gesamten deutschsprachigen Raum als Koryphäe auf diesem Gebiet: "Über einen kleinen Einstich führen wir eine Kamera ein, am Monitor ist das Bild hundertfach vergrößert. Operiert wird die Schilddrüse dann über zwei weitere, nur wenige Millimeter große Einschnitte. Der Hauptschnitt liegt seitlich in einer natürlichen Hautfalte und ist nach der Abheilung kaum mehr sichtbar."

Zahl der Krebserkrankungen steigt, aber die Heilungschancen sind gut

Die Aussicht auf bessere Kosmetik trägt auch dazu bei, dass Patienten leichter zu einer medizinisch erforderlichen Knotenentnahme zu bewegen sind und so Karzinome frühzeitig diagnostiziert werden können. “Die Zahl der Schilddrüsen-Krebserkrankungen ist steigend, jedoch sind bei Früherkennung die Heilungschancen heute auch sehr hoch”, erklärt Josef Hutter, Primar der Nuklearmedizin in Schwarzach. “Wichtig ist die rechtzeitige Diagnose und in der Folge das rasche Setzen der entsprechenden therapeutischen Schritte.”

Sechs-Augen-Prinzip erhöht Diagnose-Sicherheit

Das Krankenhaus Schwarzach hat die Behandlungskette in den vergangenen Jahren systematisiert und mit seinem “Schilddrüsenzentrum” die Qualität der medizinischen Betreuung von betroffenen Patienten auf ein neues Niveau gehoben. Jeder einzelne Fall wird im Rahmen eines gemeinsamen, interdisziplinären “Boards” von Fachärzten der Abteilungen Chirurgie, Nuklearmedizin und Pathologie genau besprochen. “Das Sechs-Augen-Prinzip erhöht die Sicherheit in der Diagnose-Erstellung und ermöglicht rasches Reagieren bei dringenden Fällen. Von besonderer Bedeutung ist auch die Möglichkeit der mikroskopischen Untersuchung des Schilddrüsenknotens durch den Pathologen während der laufenden Operation – der so genannte Schnellschnitt. Abhängig von der Diagnose ‚gutartig‘ oder ‚bösartig‘ wird die weitere Strategie der Operation gewählt”, betont Primar Anton Hittmair, Leiter der Pathologie.

Ärzte aus dem In- und Ausland holen sich Know-how in Schwarzach

Rund 450 Schilddrüsen-Operationen im Jahr werden inzwischen am Schwerpunktkrankenhaus Schwarzach durchgeführt, deutlich mehr als in den meisten Spitälern in Österreich. Um die hohe Qualität zu dokumentieren, wird derzeit ein Zertifizierungsverfahren von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie durchgeführt. Ludwig Gold, Geschäftsführer im KH Schwarzach, betont: „Das interdisziplinäre Modell unseres Schilddrüsenzentrums ist beispielgebend im deutschsprachigen Raum, die hohe Kompetenz unserer Mediziner auf diesem Gebiet ist außerordentlich. Viele Ärzte aus dem In- und Ausland kommen zu uns nach Schwarzach, um sich entsprechendes Know-how anzueignen ­– die jüngste Anfrage kommt aus Kuwait. Angebote wie das Schilddrüsenzentrum untermauern die hohe Qualität und Bandbreite der medizinischen Versorgung, die das Krankenhaus Schwarzach für die Menschen im Süden Salzburgs leistet. Rund 97 Prozent aller Schilddrüsen-Patienten aus der so genannten ‚Versorgungregion 52 Pinzgau-Pongau-Lungau‘ werden bei uns behandelt“.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.