28.03.2016, 18:03 Uhr

Justizminister plant weitere Einsparungen - negative Auswirkungen für psychisch Kranke

Justizminister Brandstetter kündigte in der ZiB eine weitere Reduzierung der Anzahl der Sachwalterschaften in Österreich an.
Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll heuer im Sommer folgen.

Psychisch Kranke fallen vermehrt durch den Rost

Schon jetzt hat das aktuell praktizierte Clearingverfahren seine Lücken, denn Sachwalter wissen oft nicht über psychische Krankheitsbilder und die damit verbundenen Auswirkungen bescheid. Insbesondere Menschen die an Psychosen, wie beispielsweise Schizophrenie leiden, sind häufig aufgrund ihrer Wahnvorstellungen und Ängste nicht in der Lage, ihre finanziellen und existenziell notwendigen Angelegenheiten selbst zu machen. In nur "einem" Clearinggespräch kann die Gesamtsituation bei solchen Erkrankungen oft kaum erkannt und erfasst werden. Menschen die unter Psychosen und Wahnvorstellungen leiden, sind meistens nicht krankheitseinsichtig, und stellen sich daher oft völlig anders dar.
Momentaufnahmen verfälschen das tatsächliche Bild, was zur Folge hat, dass eine Sachwalterschaft oft für nicht notwendig erachtet wird. Das hat fatale Auswirkungen für psychisch schwer kranke Menschen.

Eine "statistische Dunkelziffer" die keinen mehr kümmert

Armut, häufige Wohnsitzverluste, Mangelernährung, keine medizinische Betreuung sind die Folgen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil psychisch Kranker wird früher oder später obdachlos! Spätestens dann fallen sie, was die psychosoziale Versorgung betrifft, komplett durch den Rost.

Eine traurige Entwicklung in unserem Land!
0
1 Kommentarausblenden
299
Lucia Zeiger aus Innere Stadt | 29.03.2016 | 16:05   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.