13.10.2016, 10:38 Uhr

Zweite Chance für Menschen und Textilien

v.l.n.r.: Brigitte Gritsch (Marketing), Daniela Christian (Fachschlüsselkraft-Verkauf), Heidemarie Rest-Hinterseer (Vorstandsvorsitzende), Landesrat Heinrich Schellhorn, Silvia Geistlinger (Geschäftsführerin), Gaston Gruber (Vorstand), Elisabeth Lindenthaler (Personalentwicklung). (Foto: Büro Schellhorn)

Das Pongauer Arbeitsprojekt (PAP) wird aus Mitteln der Mindestsicherung mit 200.000 Euro unterstützt.

Umstritten war die Mindestsicherung ja schon immer. In den vergangenen Monate wurde die Kritik um sie aber immer lauter und auch Kürzungen stehen im Raum. Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung ist allerdings mehr, als eine finanzielle Leistung für Personen, um ein angemessenes Leben zu ermöglichen. Auch soziale Projekte in Salzburg werden damit finanziert. Im Pongau ist es z.B. das PAP (Pongauer Arbeitsprojekt). Hier wird die Möglichkeit geboten, durch befristete Arbeitsverhältnisse und kontinuierliche Betreuung einen Schritt in Richtung Neu- oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen.

50% Vermittlungsquote

Seit der Gründung vor 19 Jahren waren rund 500 Frauen und Männer beim Pongauer Arbeitsprojekt als „Transitarbeitskräfte“ beschäftigt und konnten für den Arbeitsmarkt von einem Personalentwicklungs-Team vorbereitet werden. „Mehr als ein Drittel unserer derzeitigen TransitmitarbeiterInnen war vor ihrer Beschäftigung bei uns auf die Unterstützung durch das Land Salzburg in Form von Mindestsicherung angewiesen“, so die Geschäftsführerin des Pongauer Arbeitsprojektes, Silvia Geistlinger. „Wir können eine aktuelle Weitervermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt von 52 Prozent für das Jahr 2016 verzeichnen. Das bedeutet, dass jede/r zweite danach wieder in ein Arbeitsverhältnis am ersten Arbeitsmarkt eintritt“.

Fünf Secondhand Läden

Viele Pongauer nehmen die Dienstleistungen des PAP, z.B. Transporte, Entrümpelungen, Übersiedlungen, Arbeit in Haus und Garten in Anspruch. Auch die PAP-Holzwerkstatt ist begehrt für Reparaturen, Einzelanfertigungen und Möbelkauf. Mit 55 PAP-Textilsammelcontainer in 22 Pongauer Gemeinden werden Textilien und Lederwaren gesammelt, die dann sortiert und für den Verkauf in mittlerweile fünf PAP-Läden (in Schwarzach, St. Johann, Bischofshofen und Bad Hofgastein) aufbereitet werden. „Wir sammeln rund 500 Tonnen Textilien im Jahr und können im PAP 32 MitarbeiterInnen beschäftigen", sagt Geistlinger.

"Landschaft der Hilfe"

Auch Soziallandesrat Heinrich Schellhorn stattete dem PAP kürzlich einen Besuch ab und überzeugte sich von der Arbeit im Pongauer Arbeitsprojekt: „Die Mindestsicherung ist ein viel diskutiertes Thema. Allerdings wird kaum davon gesprochen, dass neben der Existenzsicherung durch die Mindestsicherung auch eine Angebotslandschaft finanziert wird, in der Menschen mit Rat und Tat zu Seite gestanden wird, um dauerhaft wieder auf eigenen Beinen stehen zu können", so Schellhorn. "Es ist unsere Aufgabe in der Sozialpolitik Menschen eine Perspektive zu bieten, wenn sie diese verloren haben. In sozialintegrativen Betrieben, wie etwa dem Pongauer Arbeitsprojekt, wird ihnen diese Möglichkeit geboten."

Zur Sache

Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice fördert das Land Salzburg die Arbeitsplätze und das Projekt. Das Pongauer Arbeitsprojekt wird aus Mitteln der Mindestsicherung mit 200.000 Euro unterstützt. Insgesamt stellt das Land im Bereich dieser Zusatzangebote zur Mindestsicherung über 6 Millionen Euro zu Verfügung, allein für Arbeitsprojekte knapp 2 Millionen Euro. Bei einem Gesamtbudget für die Bedarfsorientierte Mindestsicherung von 43 Millionen macht das 15 Prozent aller Mittel aus.
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