25.09.2016, 20:51 Uhr

Seit Freitag arbeiten die Pongauerinnen "gratis"

Ingrid Riezler-Kainzner fordert auf den Lohnzetteln von Frauen mehr Fairness. (Foto: SPÖ)

Große Einkommensschere zwischen den Geschlechtern: Am 23. September war Equal Pay Day im Pongau.

PONGAU (ap). „Es braucht dringend eine Angleichung der Löhne sowie bei der Aufteilung unbezahlter Arbeit“, fordert die Pongauer LAbg. Ingrid Riezler-Kainzner anlässlich des "Equal Pay Day" vergangenen Freitag.

Pongauer Frauen verdienen um 27 Prozent weniger als Männer

Diese Aktion erinnert dran, dass Frauen noch immer weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen. Statistisch betrachtet arbeiten Frauen ab diesem Tag gratis bis zum Jahresende – im Vergleich zu den Männern, die zu diesem Zeitpunkt bereits das Jahreseinkommen der Frauen erreicht haben. Im Pongau ist am 23. September Equal Pay Day. Denn Frauen verdienen um 27,3 Prozent weniger als Männer, das sind 11.816 Euro. Als Vergleich werden dafür selbstverständlich nur ganzjährig vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewertet", so Riezler-Kainzner.

Ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit

Frauen leisten zwei Drittel der unbezahlten Arbeit. Dies führe dazu, dass Frauen nicht nur weniger verdienen, sondern in vielen Fällen zur Teilzeitarbeit und zu Jobs unter ihrer Qualifikation gezwungen sind. "Vor Ort gibt es oft nur eine mangelnde Auswahl an Arbeitsplätzen und Pendeln kommt aufgrund der familiären Gesamtsituation nicht infrage. Insbesondere im Pongau gibt es kaum Kinderbetreuung in den Randzeiten sowie zu wenig ganztägige Schulplätze", heißt es von Seiten der SPÖ-Frauen.

"Frauen haben keine Wahl"

Das Problem liegt für Ingrid Riezler-Kainzner vor allem darin, dass Frauen in den meisten Fällen keine Wahlmöglichkeit bleibt: „Wenn Frauen diesen Weg wählen, so ist das in Ordnung. Wenn sie aber dazu gezwungen sind, weil die Rahmenbedingungen nicht passen, dann ist das schlecht. Außerdem ändern sich auch die Ansprüche. Immer mehr junge Männer wollen mehr Zeit für die Familie und dort mehr Verantwortung übernehmen, mehr von der unbezahlten Arbeit übernehmen. Das politische Ziel muss eine Angleichung der Arbeitszeiten auf 28 – 35 Stunden für beide sein, die auch pensionsrechtlich als Vollzeit angerechnet werden.“

Traditionelle Frauenberufe sind schlechter bezahlt

Als völlig inakzeptabel bezeichnet Ingrid Riezler-Kainzner den Umstand, dass frauendominierte Berufe weiterhin chronisch unterbezahlt sind: „Die Arbeit einer Krankenschwester muss gleich viel wert sein wie die eines Technikers. Und dass Männer auch innerhalb einer Branche mehr bekommen, darf es eigentlich nicht geben. In diesen Bereichen braucht es endlich eine Durchforstung der Kollektivverträge nach Diskriminierungen. Außerdem braucht es bessere Einstufungen, mehr Prämien und höhere Zulagen.“
Eine bessere Einstufung, mehr Prämien und mehr Zulagen seine die Lösung. Mehr und verbesserte Einkommenstransparenz und eine wirkliche Durchforstung der Kollektivverträge nach Diskriminierungen muss es laut der Frauensprecherin geben.
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