10.04.2016, 14:44 Uhr

„Das ‚Herr‘ macht’s aus“ - Vom Schauspieler zum Musiker

Herr Tischbein, der Vollzeitpapa - vom Schuspieler zum Techno-MC, Texter, Autor, Liedermacher und Sänger.
Mauerbach: Zentrum |

Interview

Herr Tischbein - eigentlich Marcus Zbonek - ist Schauspieler, Texter und Musiker, der 2010 mit dem Lied Sympathie Bekanntheit erlangte. Im Herbst folgte die Nominierung für die Österreichische Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2011.

MAUERBACH (rpr). Marcus Zbonek hat bei Elfriede Ott im Konservatorium Schauspiel studiert. Er ging dann nach Deutschland und später nach Vorarlberg ans Landestheater.
Dann entdeckte er die Liebe zur Musik. Nach ´Sympathie´ folgten ´Blume´ und das Album ´Kragenweite´ sowie die Single ´Wo sie recht hat, hat sie recht´. Das Album ´Irgendwie´erschien im Vorjahr.

Herr Tischbein - anfangs nannten Sie sich Emil Tischbein.
HERR TISCHBEIN: „Diese Bezeichnung geht auf den Namen des Titelhelden des Kinderbuchs Emil und die Detektive von Erich Kästner zurück. Nach dem ersten Erfolg hat mir die Plattenfirma nahegelegt, den Namen aus rechtlichen Gründen zu ändern. So wurde Herr Tischbein daraus. (schmunzelt) Das klingt seriöser – das ´Herr´ macht was aus!“

Wie wurden Sie Musiker?
„Das mit der Musik ist mich echt passiert. Es hat Mitte der 90er mit Techno begonnen. Da habe ich eine Performancegruppe gegründet und war dann 12 Jahre lang – jedes Wochenende - in ganz Europa in der Technoszene unterwegs. Aber nicht als DJ sondern als Techno-MC. Bin auf der Bühne gestanden und habe einen Kasperl gemacht.“

Wie ging es weiter?
„Mit 30 habe ich mir gedacht, ich muss was Seriöses machen und bin in die Werbung gegangen. War dann acht Jahre als Texter tätig. Später noch als Kreativdirektor bei kleineren Agenturen. Dann hab ich ein Buch geschrieben und war auch Fernsehmoderator.“

Sie haben 2010 mit dem Lied „Sympathie“ Bekanntheit erlangt und es gibt ein Video mit einem Hund.
„Das ging alles plötzlich über Nacht und ich habe einen Plattenvertrag in Berlin unterschrieben. Ich bin Hundeliebhaber und bei den Videoaufnahmen für „Sympathie“ hatte ich die spontane Idee, meinen Hund dafür zu verwenden. Das kam sehr gut an.“

Warum singen Sie im Stil der 20er und 30er Jahre?
„Mir gefällt die nasale Gesangsart gut. Ich singe alles auf Deutsch. Sagen wir mal, es klingt für das Publikum dadurch ein bisschen schräg - skurril. Mir geht es um Unterhalten, der Entertainmentfaktor ist mir wichtig. Modernes Varieté ist mir lieber als ein Popkonzert.“

Dazu kommt die „Blitz-„ oder „Stehgreifmusik“.
„Lieder und Texte entstehen auf Zuruf aus dem Publikum. Das ist sowohl für die Zuhörer, als auch für uns auf der Bühne jedesmal überraschend. Zu meinen Gästen gehören auch viele Kinder. Die sind ein tolles Publikum - ich kenne das auch vom Kindertheater - weil sie so kritisch und ehrlich sind.“

Werden Ihre Lieder oft gespielt?
„Vier Lieder haben´s von mir auf Ö3 gespielt. In letzter Zeit laufen meine Lieder im Fernsehen oft im Hintergrund. Das höre vermutlich nur ich. Das freut mich dann schon - davon wird man zwar nicht reich, aber es ist schön. (freudig lächelnd) Es ist gut für das Ego!“

Sie singen auch bei einem „Popchor“?
„Den Chor der Musikschule Wienerwald Mitte hat Clemens Schaller 2014 in Purkersdorf ins Leben gerufenen. Clemens ist sehr engagiert. Da ich nicht aus der Musik komme, kann es nicht schaden, dass ich lerne, mehrstimmig zu singen.“

Welche Träume und Ziele haben Sie?
„Momentan find ich das Schreiben wieder ganz spannend. Ich hatte oft in meinem Leben Ziele vor Augen. Dann ging alles leichter. Nur momentan ist der Fokus, auch wenn es banal klingt, ein guter Vater zu sein. Wir wohnen in Mauerbach im Wienerwald und ich bin dankbar, ich meiner Tochter einen großen Garten bieten kann. Da meine Frau berufstätig ist, betreue ich nachmittags nach dem Kindergarten unsere Tochter. Ich finde es als schöne Herausforderung und ich genieße auch.“
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