22.03.2016, 11:45 Uhr

Rambo-Jäger im Wienerwald

Dieser Mann in Militär-Outfit auf einem Quad mit Raupen-Ketten wurde im Wienerwald bereits öfter gesichtet.
Pressbaum: Pressbaum |

PRESSBAUM. In letzter Zeit begegnete einigen Wanderern in den Wäldern von Pressbaum und Umgebung ein militärisch aussehender Mann, der mit seinem Quad auf Ketten über die Waldwege brettert. Einige Spaziergänger und Wanderer fühlten sich aufgrund der Begegnung verunsichert.

„Das Quad hatte Raupen-Ketten statt Rädern, war voller Schlamm und in Militärfarben gehalten. Hinten waren große Transportboxen befestigt. Auf dem Quad saß ein Mann in Camouflage mit Sturmhaube und Stahlhelm“. So beschrieben Spaziergänger am Forstweg in der Pfalzau ihre eigenwillige Begegnung in den Wäldern von Pressbaum. Viele dachten, sie hätten es mit einem Militär-Fanatiker zu tun.

Militärfreak oder Jäger?

Dass es sich bei dem Mann auf dem geländegängigen Quad nicht in erster Linie um einen Militär-Freak handelt, konnte schließlich ein Anruf bei den Bundesforsten ans Licht bringen. Der Mann auf dem tarngrünen Quad ist ein sogenannter „Ausgehjäger“. Das ist ein Jäger, der vom Jagdpächter eine Jagd-Erlaubnis für das Revier erteilt bekommen hat. Für das Quad besaß er die Genehmigung „zu fallweisen Material- und Wildtransporten“ im Gelände im Revier zu nutzen, jedoch nur im Bedarfsfall und angemessener Geschwindigkeit.

Gemäß dem Forstgesetz von 1975 darf ein Jäger eine Forststraße befahren. Da auch hier die StVO gilt, muss natürlich auch am Fahrzeug eine sichtbar lesbare Nummerntafel angebracht sein. Fahren darf der Jäger nur auf Sicht bzw. halbe Sicht und mit angemessener, den jeweiligen Verhältnissen angepasster Geschwindigkeit.

Bundesforste: Schritte wurden in die Wege geleitet!

„Zum gegenständlichen Fall haben wir nun entsprechende Schritte in die Wege geleitet und mit dem Ausgehjäger Kontakt aufgenommen. Dieses Verhalten, also Fahrweise sowie Aufmachung, wird von uns nicht toleriert!“ meinte Mag. Pia Buchner, Pressesprecherin der Bundesforste.

Insgesamt häufen sich laut Buchner die Beschwerden zu Quad-Fahrern im Wienerwald. Mag. Buchner: „Auch wir stellen fest, dass die Anzahl an (häufig illegalen) Quad-Fahrern zunimmt und sich Waldbesucher zusehends beschweren“. Das wurde auch an die Gemeindepolizei mit der Bitte um verstärkte Aufsicht und Kontrolle weitergegeben. Häufig seien Quad-Fahrer auch ohne Verkehrskennzeichen unterwegs.

Der Wienerwald soll Erholungsgebiet bleiben

„Der Wald ist ein Ort der Ruhe und Erholung für viele Erholungssuchende. Allein der Wienerwald zählt rund 20 Millionen Besuche pro Jahr und so soll es auch bleiben. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen.“ erklärt die Pressesprecherin der Österreichischen Bundesforste.
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