27.09.2016, 14:56 Uhr

So a Wetter... - mehr wie Smalltalk!

Regen am Frauensee
Begegnen sich zwei fremde Menschen, so beginnt die Annäherung häufig mit einem Gespräch über das Wetter. Das ist einerseits unverfänglich und schafft trotzdem eine gemeinsame Basis, denn Wetter gibt es immer und überall. Doch woher kommt das? Wie so oft ist hinter einer alltäglichen Situation ein Stück Menschheitsgeschichte verborgen. In unserer gesamten Entwicklung über Jahrtausende hat das Wetter immer eine existenzielle Bedeutung gespielt. Vom Wetter war es abhängig, ob man jagen und sammeln konnte. Vom Wetter war es abhängig, ob man die Ernte einbringen kann. Meistens muss man nur bis in die Generation der Urgroßeltern zurückgehen und alle Vorfahren waren in der Landwirtschaft tätig. Diese Ausgeliefertheit an das Wetter steckt uns in den Knochen, selbst wenn die meisten heutzutage in klimatisierten Büros arbeiten und keine Gefahr besteht, dass die Familie in einem harten Winter erfrieren könnte. So gehört zu jeder Nachrichtensendung ein Wetterbericht, weil der Neandertaler in uns dieses Thema für so unwahrscheinlich wichtig hält.
Noch ein weiterer Punkt ist anzuführen. Entsprechend den Erfahrungen und der Vorstellungswelt unserer Ahnen ist das Wetter eine Analogie-Ebene für Kriege und große kulturelle Umwälzungen. Dies ist in Wörtern wie Sint-FLUT und Welt-UNTERGANG enthalten.
Die "Kunst" des Wettermachens war Frauensache. Dies lehrt nicht nur die Geschichte von der Frau Holle. Viele Frauen wurden als Hexen hingerichtet, weil man ihnen vorwarf, sie hätten Unwetter herbeigezaubert. Und auch unsere heimische Sagenwelt ist voll von dämonierten Wetterhexen.

Klimatische Veränderungen mit Notzeiten haben wahrscheinlich den vorzeitlichen Umbruch vom Matriarchat ins Patriarchat in Gang gesetzt, sowie auch die Völkerwanderung am Beginn des Mittelalters ausgelöst.
Was sich zwischen den Völkern der Erde durch die aktuelle Klimaerwärmung verändert, bleibt abzuwarten.
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