07.07.2016, 11:15 Uhr

Gastkinder aus Tschernobyl auf Erholung im Außerfern

Rosi Perl, Genua und Lehrer Denise (Foto: privat)
AUSSERFERN (eha). Am 26. April 1986 also vor 30 Jahren explodierte der vierte Reaktorblock des Kernkraftwerkes von Tschernobyl. Noch immer wirkt sich der damalige Super-GAU durch die Kontaminierung der Landschaft aus. Vor allem Kinder sind davon betroffen. Organisiert wird die jährliche Aktion vom Verein "Tirol hilft den Kinder von Tschernobyl", dem im Bezirk Reutte Rosi Perl und Maria Mascher vorstehen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausgesuchten Kindern aus der betroffenen Region unbeschwerte und gesunde Ferien in Tirol zu ermöglichen.

Wie schon die Jahre zuvor konnten auch heuer wieder neun Kinder und zwei Begleitpersonen aus dem weißrussischen Tschernobyl einen dreiwöchigen Erholungsurlaub bei Gasteltern im Außerfern verbringen. Die Mädchen und Burschen wurden von den Außerferner Gastfamilien sehr herzlich aufgenommen und umsorgt. Einige der Kinder verbindet schon eine mehrjährige Freundschaft mit den heimischen Familien. Man kann fast sagen, sie haben in Tirol eine zweite Familie gefunden. Gemeinsame Ausflüge zum Vilsalpsee, der Alpentherme Ehrenberg und zahlreiche Einladungen trugen dazu bei, dass die Kinder eine unvergessliche Zeit verbringen konnten. Außerdem hatten die Kinder die Möglichkeit während ihres Aufenthaltes die Schulbank zu drücken, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und den Schulalltag in Tirol aktiv mitzuerleben.

Die Kinder sind im Alter von 8 - 16 Jahren. Gerade diese Altersgruppe ist am meisten von den Auswirkungen der Tschernobylkatastrophe betroffen. Die Lebensmittel in ihrer Heimat sind nach wie vor stark mit Cäsium 137 und Strontium 90 belastet und diese Giftstoffe lagern sich im Körper ein. Häufige Folgen sind Schilddrüsenstörungen, Magen-Darmkrebs, Lungenkrebs, Asthma und ein sehr geschädigtes Immunsystem. Die Kinder aus der Region Gomel können durch die unverstrahlte, vollwertige Ernährung und die gesunde Umgebung bei uns, das im Körper eingelagerte Cäsium 137 weitgehend abbauen. Dies stärkt ihr Immunsystem enorm. Dadurch sind sie ein ganzes Jahr weniger anfällig für Krankheiten. Während ihres Aufenthaltes in Tirol erhalten alle Kinder eine „Entgiftungskur" mit einem Pektinpräparat, das vom Verein finanziert wird.

Wenn auch Sie bereit sind Kinder bei sich aufzunehmen, oder weitere Informationen benötigen, dann wenden Sie sich bitte an Rosi Perl Tel. 0676 / 9706571, rosi.perl@tmo.at oder Maria Mascher Tel. 05673 / 3976, mascher.bib@utanet.at. Aber auch über die Homepage www.tschernobylaktion-tirol.jimdo.com können Sie sich informieren.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.