15.08.2016, 06:30 Uhr

Was die neuen Eigentümer mit dem Hahnenkamm vor haben

Die Hahnenkammbahn in Höfen gehört jetzt ganz der Familie Gerber.

Die Familie Gerber hat 100 Prozent an den Reuttener Seilbahnen übernommen. Große Pläne sollen nun verwirklicht werden. Wir sagen Ihnen, was geplant ist.

HÖFEN (rei). Nach anfänglichen Meldungen sollte die Unternehmerfamilie Gerber die Anteile der Raiffeisenbank Reutte, der Sparkasse Reutte und der Elektrizitätswerke Reutte an den Reuttener Seilbahnen übernehmen. Nach der ersten Gesprächsrunde wollten der Tourismusverband Reutte und die Gemeinde Höfen hingegen als Miteigentümer in der Gesellschaft bleiben. Das hat sich geändert, inzwischen ist die Famile Gerber Alleineigentümer an der Liftgesellschaft.
Die notwendigen Beschlüsse fassten die Gemeinde Höfen und der Tourismusverband vor Kurzem. Der Schollenwiesenlift, der sich im Besitz der Gemeinde Höfen befindet, verbleibt aber auch künftig bei der Kommune und bis auf weiteres vom Tourismusverband betrieben.

Die Bezirksblätter wollten von Peter Gerber wissen, was die neuen Eigentümer den vor haben, am Hausberg der Höfener. Einiges, wie Gerber erklärt. Alles auf einmal geht aber nicht, Schritt für Schritt sollen das Skigebiet und die dazugehörende Infrastruktur aber heutigen Anforderungen angepasst werden. Der Startschuss ist schon erfolgt.

Noch heuer wird die bestehende Beschneiungsanlage saniert. Die Auftragsvergabe soll noch in dieser Woche erfolgen. 800.000 Euro werden investiert, damit die Anlage wieder funktioniert und "Frau Holle" wieder behilflich ist, wenn das natürliche Weiß zu spärlich vom Himmel fällt. "Aber wir müssen die Beschneiungsanlage in einem nächsten Schritt ausbauen. Das passiert nicht mehr heuer, aber wir sind dabei, alles Erforderliche in die Wege zu leiten", erzählt Gerber. Die Beschneidungsanlage soll bis in den oberen Bereich erweitert werden. Dafür braucht es einen weiteren Speicherteich.
Dieses Projekt wird man frühestens 2017 in Angriff nehmen können - vorausgesetzt, man bekommt die Genehmigungen.

Auch alle weiteren Pläne können frühestens ab 2017 umgesetzt werden. Zum Beispiel die Schaffung eines attraktiven Sommerangebots. Was genau kommen soll, steht nicht fest, "eventuell eine Art 'Flying Fox'. Aber das steht noch nicht fest", nennt Gerber erste Details.

Dann gilt es, das Panoramarestaurant neu auszurichten. Noch ist nicht klar, ob man auf gehobene Qualität setzt, oder auf Selbstbedienung. Gerber: "Wir diskutieren das derzeit. Eher wird es in Richtung Qualität gehen."

Ein ganz wesentilicher Punkt ist die alte Bergstation am Hahnenkamm. Die wird derzeit ausgeräumt. Im kommenden Jahr möchte man mit Umbauarbeiten beginnen. Geplant ist, das Objekt zum Hotel umzubauen.

Dann möchte man gemeinsam mit dem Tourismusverband und der Gemeinde den Alpenblumengarten neu beleben. Dieser lockte einst viele Besucher an, inzwischen ist er eher in eine "Dornröschenschlaf" verfallen.

Weiters denken die neuen Eigentümer darüber nach, den Gehweg hinauf bis zum Gipfel des Hahnenkamms zu verbessern, damit künftig mehr Besucher diesen einmaligen Aussichtspunkt besuchen. Zusätzlich reizvoll möchte man diese Wanderung machen, in dem man oben am Gipfel eine Aussichtsplattform errichtet.

Im Bereich der Liftanlagen ist man hinsichtlich der bestehenden Umlaufbahn und des 4er-Sesselliftes am Berg zufrieden. Nicht aber mit dem bestehenden Schlepplift, im Volksmund "Kurvenlift" genannt. "Der ist ein echtes Unikat", ist sich Gerber bewusst, dass man hier an einer Investition nicht vorbei kommen wird. Der bestehende Schlepper ist steil, macht eine Kurve in seinem Verlauf und führt über eine Brücke. Erschwerend kommt hinzu, dass er einen der schönsten Pistenbereich "durchschneidet". "Wenn wir diesen Lift ersetzen, dann vermutlich mit einem Sessellift", verrät Peter Gerber Details.

Auch andere Pisten hat man im Auge. So will man prüfen, ob sich der "Schüttler" im unteren Bereich kurz vor der Talstation nicht doch umfahren lässt. Dieser Hang bereitet speziell schwächeren Skifahrern große Probleme.
Dann möchte man gerne in Richtung der Lechaschauer Alm erweitern. Das geht so schnell aber sicher nicht. Hier fehlen noch so gut wie alle Vorgespräche und vor allem die Genehmigungen. "Erst 2018 werden in Tirol Skigebietsgrenzen wieder neu verhandelt. Vorher kann hier also nichts passieren", bremst Gerber in diesem Bereich zu große Erwartungen gleich wieder ein.

Und dann hat man noch die Parkplätze bei der Talstation im Auge. Die Anzahl der Stellflächen wurde in den vergangenen Jahren sukzessive erhöht. Attraktiv sind die Parkplätze aber nicht. "Da müssen wir etwas tun, damit die Anlage im Bereich der Talstation attraktiver wird."

Im Auge hat man auch die Tourengeher. Die sind auch in Zukunft willkommen. "Das funktioniert gut. Vielleicht können wir hier sogar noch Verbesserungen herbeiführen", ist Gerber auch für dieses Segment der Hahnenkammbenützer optimistisch.

Die Pläne der Familie Gerber sind vorerst auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgelegt. Was danach kommt, ist offen und hängt natürlich von der Entwicklung des Skigebietes ab.
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