Naturparkhaus wird Zerreißprobe!
TANZACH/WEISSENBACH (rei). „Dass Forchach die Bewerbung für das Naturparkhaus zurückgezogen hat, wundert mich. Dass damit aber auch Elbigenalp als Standort für die Ausstellung gestorben sein soll, kann nicht sein. Ich denke, man muss Elbigenalp die Chance geben, sich einen neuen Partner zu suchen.“ Das sagt Stanzachs Bürgermeis-ter Hanspeter Außerhofer, und er ließ das Thema auch gleich im Gemeinderat diskutieren. Dieser ist der Ansicht, Stanzach sollte an die Stelle von Forchach treten. „Das Projekt könnte ungefähr so verwirklicht werden, wie jenes in Forchach“, glaubt Außerhofer, dass es durch diese geografische Verschiebung des Naturparkhauses nicht automatisch auch zu einer großen zeitlichen Verschiebung kommen müsse.
Die Gemeinde verfüge über ein passendes Grundstück in Lechufernähe. Hier könnte man im Wesentlichen das Forchacher Projekt verwirklichen, ergänzt um eine Hängebrücke über den Lech, eine Aussichtsplattform auf dem Beichlstein und mit einem privat errichteten Hüttendorf, sowie einer privaten Raftingstation. „Das würde sich rechnen“, ist Außerhofer von der Wirtschaftlichkeit überzeugt.
Diesen Montag diskutierte der Planungsverband Lechtal über den neuen Bewerber aus den eigenen Reihen. Ob die Stanzacher tatsächlich neben Weißenbach wieder mit ins Rennen dürfen, ist unklar. Nicht einmal Naturpark-Obmann und Planungsverbandsobmann LA Heiner Ginther wagt, das zu sagen: „Die Entscheidung muss die Vollversammlung treffen!“ Und die tagt am 18. August. Sollte hier tatsächlich der Beschluss gefasst werden, dass Stanzach eine Option zu Weißenbach wäre, dann will Ginther die Notwendigkeit, den Bau des Naturparkhauses gänzlich neu auszuschreiben, nicht ausschließen. „Aber noch ist unklar, ob der ‚Katalog‘ von der Vollversammlung überhaupt aufgeschnürt wird, oder ob nicht der Zuschlag an die zweitgereihten Weißenbacher erfolgt.“ Sollte es anders kommen, sieht Ginther „Gewitterwolken“ herannahen: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir dann Probleme mit dem Land bekommen. Alles hat seine Grenzen.“
Das sieht auch Bgm. Hans Dreier aus Weißenbach so: „Da versuchen einige Herren zu pokern und drohen sogar mit dem Austritt aus dem Naturparkverein, wenn das Naturparkhaus nicht im Lechtal gebaut wird. Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, jene, die gehen wollen, ziehen zu lassen“, sagt Dreier offen. Doch er gibt zu bedenken, dass dann unter Umständen das ganze Projekt Naturparkhaus wanken könnte. „Und da geht es um 3,2 Mio. Euro!“
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