„Reagieren auf die Tatsache und setzen auf Prävention“

Boom um Risikosport Freeriden steigt - Risiko durch Wissen vermeiden

Das Skigebiet Hochfügen zählt bei Tourengehern und Freeridern zu den „Hot Spots“ - dieser Tatsache bewusst, setzt die Skiliftgesellschaft auf Sicherheit und Prävention. Mit Lawinenkursen für Jung und Alt wollen sie die Sportler unterstützen und professionalisieren.

HOCHFÜGEN (bs). Ein Hang, frischer Pulverschnee und noch unverspurt - diese Faktoren motivieren Tourengeher und Freerider zum Aufstieg auf unverbaute Berggipfel für ein Hochgefühl und auch für den Adrenalinkick.

Dass sie bei dieser sportlichen Aktivität ein mehr oder minder großes Risiko eingehen, nehmen sie in Kauf. Aber die Sicherheit sollte stets an erster Stelle stehen. „Es werden immer mehr Lawinenseminare beansprucht. Trotz des Booms haben wir nicht mehr Einsätze als in den Jahren zuvor. Man kann beobachten, dass die Sportler gut ausgerüstet sind und sich auskennen“, stellt Fred Wallenta, Bezirksleiter der Bergrettung, fest.

Freeride-Boom
In österreichischen und deutschen Online-Plattformen zählt Hochfügen bereits zum „Hot Spot“ wenn es ums Freeriden geht. Auch die Skiliftgesellschaft ist sich dessen bewusst und reagiert auf dieses Faktum. „Wir konnten in den letzten Saisonen verstärkt diese Tatsache beobachten, aber wir werben nicht damit, sondern reagieren darauf und setzen auf Prävention. Wir wollen die Sportler unterstützen – eine Sache die es schon gibt professionalisieren. Nach dem Motto ‚Macht es richtig, wenn ihr es macht‘“, erläutert Julia Kronthaler.

Vom Piepser hängt vieles ab
Lawinen-Piepser sind obligatorisch für jeden Tiefschneefanatiker. Um sich zu vergewissern, dass das Gerät funktioniert und eingeschaltet ist, wurde ein LVS-Checkpoint an der Bergstation der Gondelbahn installiert. „Leider haben wir dieses Jahr keinen guten Standplatz dafür gewählt, nächstes Jahr werden wir ihn Richtung 4er-Sesselbahn verlegen, da dort der zentrale Einstiegspunkt für die meisten Freerider ist“, weist Kronthaler auf. LVS-Checkpoints sind ein zusätzliches Kontrollsystem „aber der Kameradencheck in der Gruppe sollte trotzdem nicht ausgelassen werden“, so Wallenta.

Jugend Wissen & Technik zeigen
Vor allem Jugendliche bewegen sich oft aus Unkenntnis oder Übermut in gefährliche Situationen. Da sie zu wenig oder gar nicht über Schnee- und Wetterverhältnisse Bescheid wissen und im Falle eines Lawinenabgangs meist keine Übung mit Suchgeräten haben. Aus diesem Grund finden jeden Samstag günstige Freeriding Schnuppertage in Hochfügen statt. „Ende März werden speziell für Kinder und Jugendliche ‚Youth-Freeride-Workshops‘ angeboten, ähnlich wie die SAAC Camps. Nächste Wintersaison planen wir vermehrt mit Schulen Projekte zu organisieren“, so Kronthaler.

Geplant war für die diesjährige Saison die Kneissl-Sportlounge, direkt angebaut an die 8er Jet-Gondelbahn, mit Freeride-Infopoint (die BEZIRKSBLÄTTER berichteten). Diese konnte diese Saison jedoch nicht eröffnet werden. „Die Sportlounge wird kommen, mit Gastronomie und Freeride-Zentrale “, stellt Kronthaler klar.
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