12.04.2016, 10:58 Uhr

Die Medizin rüstet sich für die Zukunft

Die Spitalsaufenthalte werden in Zukunft immer kürzer – Grund dafür sind die vielen neuen Behandlungssysteme. (Foto: KH BHS Ried/Jungwirth)

Neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, geänderte Abläufe und kürzere Aufenthalte: Die Zukunft im Krankenhaus Ried hat bereits begonnen.

RIED. Als Schwerpunktspital für das Innviertel hat das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried einen besonders breiten Versorgungsauftrag: 17 Abteilungen und Institute stehen am Standort zur Verfügung und bieten den Patienten Expertenwissen, auch in der Nacht und am Wochenende.

In den vergangenen Jahren hat sich die Medizin weiterentwickelt. Neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, geänderte Abläufe und kürzere Aufenthaltsdauern bestimmen nun den Krankenhausalltag. Immer mehr operative Eingriffe können tagesklinisch vorgenommen werden, sodass die Menschen nicht mehr über Nacht im Krankenhaus bleiben müssen.

Schlaganfälle nehmen zu

Eine Entwicklung gibt es aber nicht nur im Bereich des medizinischen und pflegerischen Wissens, sondern auch bei den Erkrankungen der Menschen. Die Spitalsverantwortlichen versuchen, diese Entwicklungen vorwegzunehmen, sodass neue oder erweiterte Leistungen dann zur Verfügung stehen, wenn sie benötigt werden. Die Menschen werden immer älter und haben deshalb ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Sehr erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten bietet die Stroke Unit, die Schlaganfall-Spezialeinheit an der Abteilung für Neurologie des Rieder Krankenhauses: Eine rasche Abklärung der Ursache von halbseitigen Lähmungen, Sprach-, Sensibilitäts- und Bewegungsstörungen sowie die unmittelbar einsetzende (Infusions-) Therapie ermöglichen Schlaganfallpatienten eine schnelle Verbesserung ihres Zustandes bis hin zur vollständigen Heilung. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen frühzeitig ins Krankenhaus kommen. Da die bisherigen vier Betten für die Behandlung aller Betroffenen Menschen im Innviertel nicht ausreichen, wird die Stroke Unit auf sechs Betten erweitert werden.

Intensivbereiche vereint

Aber nicht nur am Ausbau der neurologischen Intensivversorgung wird gearbeitet. Geplant ist für die Zukunft auch die Zusammenlegung der Intensivbereiche: Neben der kardiologischen Intensivstation soll zudem die chirurgische Intensivstation räumlich mit der Stroke Unit verbunden sein. Damit will man Synergieeffekte nutzen.

Mehr Bewegungsfreiheit

Früher nahmen viele Menschen Einschränkungen in der Beweglichkeit als Alterserscheinung hin, heute besteht die Möglichkeit, durch das Einsetzen von künstlichen Gelenken neue Freiheit zu gewinnen. Neue Behandlungssysteme erlauben kurze Spitalsaufenthalte, weil die Patienten systematisch auf den Eingriff vorbereitet werden und am Heilungserfolg durch frühzeitige und konsequente Mobilisierung aktiv mitwirken.

Das Rieder Spital hat die Aufgabe, Referenzzentrum für die Diagnostik und Behandlung der menschlichen Gefäße zu sein. Gefäßerkrankungen nehmen mit zunehmendem Lebensalter der Menschen zu. In der Angiographie kann man die Gefäße untersuchen und gleichzeitig behandeln, zum Beispiel Engstellen aufdehnen oder Stents setzen und das ohne großen operativen Eingriff. Mit der Erneuerung der Angiographie ist das Krankenhaus Ried für die Zukunft gut aufgestellt. Sollte doch eine Operation notwendig sein, wird diese von Gefäßchirurgen durchgeführt.

Geschäftsführer Oliver Rendel: „Unser erster Auftrag ist es, als Schwerpunktkrankenhaus eine optimale Gesundheitsversorgung für das Innviertel zu gewährleisten. Als Spital mit christlichem Hintergrund ist es uns besonders wichtig, den Menschen als Ganzes zu sehen.“
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