16.08.2016, 13:22 Uhr

Der Rechtsanwalt hilft beim Unfall

Ein Rechtsanwalt hilft nach Unfällen. (Foto: GaToR_GFX/Fotolia)

Nach einem Unfall im Straßenverkehr tauchen Fragen rund um das Recht auf, die Suche nach Antworten beginnt. Ein Anwalt kann dabei behilflich sein.

RIED (ebe). Der Rechtsanwalt steht zur Seite, wenn es im Straßenverkehr zu einem Unfall gekommen ist. Er bietet umfassende Beratung und Unterstützung vor Gericht und der Verwaltungsbehörde (Bezirkshauptmannschaft) oder bei polizeilichen Einvernahmen. Das Recht des Beschuldigten, zu seiner Vernehmung einen Verteidiger beizuziehen wurde mit StPO Novelle vom 1. August 2016 insofern erweitert, als bei Inanspruchnahme dieses Rechts, die Vernehmung bis zum Eintreffen des Verteidigers aufzuschieben ist; es sei denn, dass damit eine unangemesse Verlängerung der Anhaltung verbunden wäre. Kommt es zu einem Unfall, tauchen viele rechtliche Fragen auf. Der Rechtsanwalt Robert Mayrhofer aus Ried weiß, auf was es ankommt: "Ein Unfall birgt Emotionalität, es ist zweckmäßig einen Anwalt rasch einzuschalten." Um die Einschaltung muss sich der Klient selbst kümmern.

Sach- & Personenschaden
Im Falle eines Sachschadens empfiehlt es sich unbedingt, Beweisfotos herzustellen, um die Endlage der Fahrzeuge zu dokumentieren und zusätzlich einen Unfallbericht auszufüllen. Mayrhofer erklärt: "Der Datenaustausch ist zwingend erforderlich. Wenn vermeintlich kein Schaden entstanden ist und kein Bericht ausgefüllt wird, kann es zu Beweisschwierigkeiten kommen. Die Verpflichtung, die nächste Poliziedienststelle unverzgülich zu verständigen, ohne unnötigen Aufschub, kann nur dann unterbleiben, wenn die Unfallbeteiligten einander ihre Identität nachweisen. Nach der Judikatur des VwGH umfasst der Identitätsnachweis das Vorweisen eines Lichtbildausweises. Das Hinterlassen eines Zettels ist nach der Judikatur nicht ausreichend." Die Angst vor strafrechtlichen Folgen ist groß, wenn Menschen verletzt wurden. In erster Linie zählt die Hilfeleistungspflicht, darauf folgt die Verständigung der Polizei. "Handelt es sich bei dem Unfallhergang um fahrlässige (leichte) Körperverletzung, droht dem Verursacher eine Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt und keine Gesundheitsschädigung oder Berufsunfähigkeit von mehr als zwei Wochen resultiert, erfolgt keine Bestrafung", so Mayrhofer.
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