16.08.2016, 13:20 Uhr

Die Jugend am Wort

(Foto: Bettina Hellein)

Mit dem Jugendrat des Euregio-Forums kommen Jugendliche in den Gemeinden zu Wort

INNVIERTEL (ebe). Das Interesse von Gemeinden an Bürgerbeteiligungsprozessen nimmt zu. Denn die Meinung der Bürger hat nachhaltig damit zu tun, wie wohl sich die Einwohner in ihrer Stadt oder Gemeinde fühlen. "Bei offiziellen Aufrufen zur Bürgerbeteiligung fühlen sich Jugendliche und junge Erwachsene allerdings selten angesprochen", weiß Beate Windhager, Regionalmanagerin bei der Inn-Salzach-Euregio. "Da muss schon eine starke Gemeinschaft oder ein Verein dahinterstehen, um die jungen Menschen zum Mitmachen zu motivieren." Aus diesem Grund wurde der Jugendrat ins Leben gerufen. Er ermöglicht es, den Jugendlichen das Wort zu geben und eine Brücke zu Politikern zu bauen. Per Zufallsauswahl werden über den Melderegister Jugendliche einer Gemeinde oder Stadt eingeladen. "Die Einladung erfolgt persönlich über den Bürgermeister. Das erhöht die Gewichtung für die jungen Bürger", erklärt Windhager. Die Aufforderung "Bring a friend" ermutigt zum Teilnehmen gemeinsam mit einem Freund. Mit dem Ziel, Jugendlichen einzubinden und zu stärken, arbeiten ausgebildete Moderatoren mit Erfahrung in der Jugendarbeit in einem demokratischen Prozess. Der "Jugendrat" ist als Ergänzung zu bestehenden politischen Gremien für Jugendliche zu sehen.

Produktive Stunden

Einen Tag lang werden Themen anhand von Fragestellungen erarbeitet. Im Fokus steht das Bild der Jugendlichen: Wie stellen sie sich die Gemeinde vor, in der sie leben? Die Wünsche und Perspektiven sind der Ausgangspunkt, um auch Herausforderungen zu thematisieren. Die Regionalmanagerin betont: "Der Jugendrat ist kein Wunschkonzert. Im Vordergrund steht der Bezug zur Realität und die Umsetzbarkeit. Denn wichtig ist, dass sich die jungen Erwachsenen selbst an der Umsetzung beteiligen können." Die Moderation übernehmen Experten von außen, andere Erwachsene nehmen am Jugendrat nicht teil. Erst im Jugendcafe einige Wochen später werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Die Jugendlichen stellen selbst ihre Ideen vor, sind Experten und geben Handlungsempfehlungen ab. "Enorm wichtig ist die Auflösung des Rates nach der Präsentation. Dadurch werden die Jugendlichen entlastet und müssen sich nicht verantwortlich fühlen", weiß Windhager. In Braunau zog der Jugendrat schon große Kreise. Die jungen Erwachsenen brachten sich im Anschluss an den Jugendrat in den Agendarat ein und blieben mit dem Jugendforum in Kontakt. Auch im Innviertel herrscht eine positive Grundstimmung, allerdings fehlen noch konkreten Projekte.

Themen und Interessen

Gemeinden und Städte fällt es schwer, Jugendliche teilhaben zu lassen. Mit Social Media ist die digitale Teilhabe unkompliziert. "Geht es beispielsweise um den Standort eines Skateparks ist es grundlegend, die mitreden zu lassen, die diesen auch nutzen werden. Die Jugendlichen nehmen die Gelegenheit gerne wahr, um sich aktiv zu beteiligen, wenn es um ihre Bereiche geht. Außerdem schürt der Jugendrat den Bezug zur Heimatstadt- oder Gemeinde." Mit dem Jugendrat alleine ist es aber nicht abgetan. Es braucht eine Struktur, die die Projekte und Ideen der Jugendlichen aufgreift und weiterführt. Nur dann bleibt die Motivation, sich für die Heimat zu engagieren, erhalten.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.