23.05.2016, 07:32 Uhr

Gute Erträge statt Bodenausbeutung

Feldbegehung (Foto: Pflanzenbau Inn Form)

Der Verein Pflanzenbau Inn Form informiert anhand von EDV-unterstützten Wetterdaten.

OBERNBERG. Josef Dieplinger ist mit der Landwirtschaft aufgewachsen. „Im Bergbauerngebiet habe ich mich von der Kindheit an für Pflanzenbau, Forst und Pflanzenschutz interessiert“, so der Obernberger. Später weitete er sein Wissen im Obstbau aus. Es fehlte aber ein System, um Pflanzenschutzmittel gezielt einzusetzen. Während seiner Tätigkeit als Pflanzenbauberater bei der Innviertler Lagerhausgenossenschaft wurde der Experte regelmäßig mit Fragen über Pflanzenschutzmittel konfrontiert. Mit Rupert Reich, dem jetzigen Betreuer des Vereins, etablierte und entwickelte er ein neues Informationssystem. Dabei bekommen Landwirte und Vereinsmitglieder Infos zur Bestandsführung ihrer Kulturen.

Regionale Wetterdaten
Reich installierte Wetterstationen in der Region, wie in Neuhofen, St. Georgen bei Obernberg oder Utzenaich, und verknüpfte diese mit einem computergesteuerten Programm. Zusätzlich verarbeitet er Wetterdaten von oberösterreichischen und deutschen Wetterdiensten in einer Spezialsoftware. Reich bekommt am Lagerhaus-Standort Geinberg viertelstündlich Informationen zu Niederschlag, Bodentemperatur, Lufttemperatur, Blattnässe, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Globalstrahlung. Diese Daten werden ausgewertet, aufbereitet und als Informationsblatt an die Mitglieder weitergegeben. „Unsere Infos beinhalten Themen zur Optimierung der Bestandsführung", weiß Reich.

Feldbesichtigungen
Bei Feldversuchsführungen und Informationsabenden werden die Mitglieder über aktuelle Beobachtungen informiert. Die über 600 Mitglieder erhalten aktuelle E-Mails. Pflanzenbau Inn Form will damit eine nachhaltige Bewirtschaftung unterstützen und den Boden schützen. „Das Gegenteil von Bodenausbeutung ist ein gesunder, lebendiger Boden und damit die Basis für gute Qualitäten, Erträge und so auch Verhinderung von Nährstoffaustrag in das Grundwasser."

Wasserhaltevermögen
Ein neuer Schwerpunkt des Vereins ist das Wasserhaltevermögen von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es soll dadurch auch der Bodenabtrag reduziert werden. „Durch die Dürre im vergangenen Sommer und Platzregen wurde beobachtet, dass manche Böden plötzlich Wassermassen besser absorbierten als andere. Durch Versuche wird jetzt ermittelt, wie das Wasserhaltevermögen gesteigert werden kann", erklärt Dieplinger. Es gibt Beobachtungen, dass sich nach Anlage von Blühflächen der Druck von Schadinsekten reduziert. Auch dieses spezielle Thema beschäftigt den Verein derzeit.

Ausführliche Informationen zum Verein finden Sie unter www.pflanzenbau-inn-form.at
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