15.09.2016, 16:54 Uhr

Sicher in die Schule

(Foto: photophonie/Fotolia)

Gerade zu Schulbeginn heißt es für Autofahrer: Aufpassen!

BEZIRK. Mit dem Beginn des Schuljahres gehen Kinder neue Wege. Oftmals auch das erste Mal alleine, weshalb sie besonders unfallgefährdet sind. Deshalb aber auch wegen der erschwerten Sicht durch Dämmerung und Frühnebel ist besonders zu Schulbeginn Vorsicht geboten.

Den Schulweg kennenlernen

Viele Eltern glauben, Kinder mit dem Auto in die Schule zu bringen, ist die sicherste Lösung. Das stimmt nicht, denn durch das erhöhte Verkehrsaufkommen vor den Schulen steigt die Gefahr für alle Kinder. "Ziel ist, dass Kinder bald den Weg auch ohne erwachsene Begleitpersonen bewältigen können. Nur so lernen sie mit Situationen im Straßenverkehr richtig umzugehen und sich angemessen zu verhalten", weiß Iris Radler-Gollner, Schulexpertin der AUVA.
Schulanfänger haben meist nicht viel Erfahrung im Straßenverkehr, sind unsicher und können die Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Heidemarie Schachinger, Juristin der Bezirkshauptmannschaft Ried, empfiehlt: "Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern den Schulweg bereits Wochen vor Schulbeginn regelmäßig zurücklegen und auf Gefahren hinweisen. Und nicht erst unmittelbar wenn die Schule anfängt." Weiters betont Schachinger: "Verkehrserziehung ist das Um und Auf für die Sicherheit von Kindern. Die ersten und wichtigsten Verkehrserzieher im Leben eines Kindes sind die Eltern. Je besser und früher ein Kind auf den Straßenverkehr vorbereitet wird, desto schneller wird es sich sicher im Verkehr bewegen können. "

Verkehrssicherheit erhöhen

Um die Sicherheit für Schüler zu gewährleisten wurden in der Stadt Ried 30er-Zonen eingeführt und Radargeräte aufgestellt. Auch in anderen Gemeinden im Bezirk wurden Geschwindigkeitsbeschränkungen im Nahbereich von Schulen und Kindergärten erlassen. Außerdem erfolgt vielerorts die Aufstellung von entsprechenden Warntafeln.
Landesrat für Infrastruktur, Günter Steinkellner, appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, aufmerksam zu sein: "Besonders nach der verkehrsberuhigten Ferienzeit gilt es sich in der Nähe von Schulen einzubremsen und noch achtsamer im Straßenverkehr zu sein."

Oberösterreich ist Spitzenreiter

Bei Schulwegunfällen ist laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) unser Bundesland Spitzenreiter: 2015 kam es in Oberösterreich zu 89 Unfällen, bei denen 88 Kinder verletzt wurden und eines getötet wurde. Wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt wurden in den Jahren zwischen 2006 und 2015 in Bezirk Ried 289 Kinder verletzt und zwei getötet. "Wenn es um tödliche Kinderunfälle geht, dann kann nur eine Zahl das Ziel sein: Null", sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.
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