07.06.2016, 06:40 Uhr

Wenn Reiselust und Hilfsbereitschaft zusammen kommen

Lothar und Johannes Löschenbrand, mit Pastor John und den Kindern aus dem Kinderheim in Indien. (Foto: Löschenbrand)

Thailand, Philippinen und Indien kennen die meisten wohl aus den Katalogen der Reisebüros und werden sofort mit Urlaub in Verbindung gebracht.

ST. MARTIN IM INNKREIS (kw). Palmen, Strand und Meer soweit das Auge reicht, viele Urlaubsländer haben meist auch eine Kehrseite: die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer, weshalb Unterstützung und Hilfe, auch vor Ort, stets benötigt wird.

Reisende sollen bekanntlich nicht aufgehalten werden, schon gar nicht, wenn sie dabei Gutes im Sinn haben, sich engagieren und Menschen in ärmeren Ländern Unterstützung anbieten. Genau diese Reiselust und Hilfsbereitschaft besitzt Lothar Löschenbrand. Schon in jungen Jahren verspürte der 34-Jährige den Drang die Welt zu bereisen und fremde Länder, Leute und Kultur kennenzulernen.

Nach der Matura an der HTL Wels verbrachte der St. Martiner ein halbes Jahr in Nordamerika und etwas später ein weiteres halbes Jahr in Südostasien.
Diese beiden Auslandsaufenthalte sind der Grund für seinen Entschluss 2006 mit dem Studium für Englisch und Geografie zu beginnen. "Während meiner Zeit im Ausland habe ich erkannt, wie wichtig Englisch ist um sich weltweit verständigen zu können", weiß Löschenbrand, der mittlerweile an der HAK in Schärding unterrichtet.

Bäckerprojekt in Indien

Die Sommerferien nutzt der Englisch- und Geografielehrer, um sich in Entwicklungsländern zu engagieren und die Menschen dort zu unterstützen. So auch bei dem Bäckerprojekt in einem Kinderheim in Pudukkottai, in Indien. Der indische Pastor John Rajiah bekam Bäckereimaschinen zur Verfügung gestellt und war aus diesem Grund auf der Suche nach einem Bäcker. Durch das gemeinnützige Hilswerk "ora Österreich" in Andorf, wurde der Pastor mit dem 34-Jährigen, der aus einer Bäckerei-Famile stammt, zusammen gebracht.

Zusammen mit seinem Bruder, Johannes Löschenbrand, einem gelernten Bäcker, reiste er im Sommer 2015 nach Indien, um dort gemeinsam mit den Kindern zu backen und dem Pastor bei allen möglichen Belangen zu unterstützen. "Damit sich die Menschen hier das ganze Jahr über Backwaren erfreuen können haben wir einen Inder in die Backkunst eingeweiht", so Löschenbrand, der nach der baulichen Fertigstellung der Bäckerei einen erneuten Besuch in Indien plant. Durch diese Bäckerei soll den Jugendlichen aus dem Kinderheim ermöglicht werden, dort eine Ausbildung zu machen, um später einen Beruf ausüben zu können.

Neue Projekte in Planung

Für den heurigen Sommer hat der engagierte Lehrer bereits ein neues Projekt ins Auge gefasst. Auf den Philippinen will er vier Wochen lang mit Jugendlichen und Straßenkindern arbeiten und so ermöglichen, dass die Kinder vor Ort Schulen besuchen können und dadurch leichter eine Ausbildung bekommen.

Mut zum Auslandsaufenthalt

Löschenbrand will anderen Mut machen und rät zu einem längeren Auslandsaufenthalt: "Während einem Auslandssemester oder sozialem Jahr lernt man so viel mehr als einem in der Schule oder auf der Universität je beigebracht werden kann!" Außerdem schwärmt er von den vielen positiven Erlebnissen. "Die Menschen in diesen Ländern sind extrem hilfsbereit, gastfreundlich und herzlich. Trotz der Armut sind die Leute dankbar und zufrieden mit dem Wenigen, das sie haben", so Löschenbrand, der weiß das helfende Hände immer benötigt werden.
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