19.04.2016, 11:24 Uhr

Zusammenleben mit anderen Kulturen als Herausforderung der Zukunft

Das Zusammenleben mit anderen Kulturen ist eine Herausforderung, muss aber auch als Bereicherung gesehen werden. (Foto: Franz Pfluegl/Fotolia)
BEZIRK (kat). Viele Menschen suchen derzeit in Österreich Zuflucht, wollen hier ein neues Leben aufbauen. Das Zusammenleben mit anderen Kulturen wird somit in Zukunft noch intensiver werden – auch im Bezirk Ried. "Das ist Herausforderung und Bereicherung zugleich", meint Kornelia Haindl, Bereichsleiterin Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität (ReKI). Um ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen, sei es in den Gemeinden wichtig, eine transparente Informationspolitik zu betreiben sowie auf die Ängste der Bevölkerung zu reagieren. "Passende Quartiere für Flüchtlinge und eine umfassende Bürgerinformation sind eine gute Startbasis, um Menschen vor Ort zu integrieren. Integration ist ein wechselseitiger, dynamischer Prozess zwischen den Flüchtlingen und der Gemeindebevölkerung sowie allen relevanten Akteuren", weiß Haindl.

Ängsten entgegenwirken

Neue Nachbarn, das Aufeinander-Zugehen, ein gutes Miteinander in der Gemeinde, gegenseitiger Respekt und Toleranz, gezielte Informations- und Aufklärungsarbeiten sowie nach dem positiven Bescheid Möglichkeiten für Wohnraum und Arbeit seien nur einige Herausforderungen, die das Zusammenleben mit anderen Kulturen mit sich bringe. Für Haindl ist interkulturelle Kompetenz in einer globalen Welt eine soziale Notwendigkeit. Dennoch weiß sie über die Ängste der Bürger Bescheid. Diesen könne aber durch verschiedene Maßnahmen entgegengewirkt werden. Zum Beispiel durch die Begegnung mit "dem Fremden" über Projekte wie Begegnungscafés oder durch die Mitarbeit in sozialen Diensten. Weiters könnten sich Flüchtlinge und die Gemeindebürger gegenseitig einladen und sich über ihre jeweiligen Kulturen austauschen. Auch das Vereinsleben sei ein guter Weg, sich zu integrieren. Die Talente aller Menschen in der Gemeinde könnten so genutzt werden – egal ob im Chor oder im Sportverein. "Je besser wir wissen, wie wir gemeinsam stärker sind, desto mehr profitieren wir auf allen Ebenen – humanistisch wie ökonomisch", so Haindl.
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