03.08.2016, 08:00 Uhr

"Mit den Nachbarn zusammenarbeiten"

Der gebürtige St. Georgener Gerhard Wipplinger (42, ÖVP) mit der neuen Amtsleiterin Christina Dieß.

Gerhard Wipplinger, Bürgermeister von St. Georgen bei Obernberg, über die Herausforderungen einer kleinen Gemeinde.

BezirksRundschau: Nachdem Franz Augustin als Bürgermeister von St. Georgen bei Obernberg zurückgetreten war, konnten Sie die Wahl im Februar mit rund 67 Prozent für sich entscheiden. Was bedeutet dieses Ergebnis für Sie?
Gerhard Wipplinger: Ich habe mich sehr über dieses deutliche Zeichen und das Vertrauen gefreut. Es zeigt, dass die Bürger hinter mir stehen. Jetzt ist das Ziel, dass ich ihren Auftrag bestmögliche erfülle – gemeinsam mit dem Gemeinderat. Gerade in so einer kleinen Gemeinde wie St. Georgen geht es um Zusammenarbeit. Es ist wichtig, dass man sich in der Gemeinde gut versteht und es kein Gegeneinander gibt.

Wodurch zeichnet sich St. Georgen bei Obernberg aus?

Unsere Gemeinde hat eine hohe Lebensqualität. Wir haben keine Durchzugsstraße, Zentren wie Schärding, Braunau, Ried oder Pocking sind schnell zu erreichen. Unser Kindergarten ist zweigruppig. Eltern haben die Sicherheit, dass jedes Kind einen Platz bekommt. Unsere Volksschul-Kooperation mit Weilbach und Mörschwang funktioniert bestens. Dazu haben wir ein tolles Vereinswesen und viele Arbeitsplätze in der Umgebung, vor allem im technischen und im Gesundheitsbereich. Auch in die Infrastruktur wurde einiges investiert, beispielsweise in die Ortswasserleitung. Genau diese Dinge sind es, bei denen kleinen Gemeinden Schwierigkeiten haben. St. Georgen ist mit 18 Quadratkilometer sehr groß, hat jedoch nur 550 Einwohner. Da viel in die Infrastruktur investiert wurde, haben wir pro Einwohner einen hohen Schuldenstand. Aber die Investitionen waren nötig und sind zukunftsorientiert.

Welche Themen haben für Sie in nächster Zeit oberste Priorität?
An erster Stelle steht das Wohnen. St. Georgen hat in den letzten zehn Jahren Einwohner verloren. Grund dafür ist aber nicht die Abwanderung, sondern dass die Familien immer kleiner werden. Der nächste Schritt ist nun, Investoren zu finden, um Miet- oder Eigentumswohnungen anbieten zu können. Baugründe stehen zur Verfügung, nächstes Jahr werden wir uns aber genauer mit dem Ortsentwicklungskonzept auseinandersetzen.

Welche Projekte wurden in letzter Zeit umgesetzt?
In den letzten Jahren haben wir leider unseren Nahversorger und unseren Wirt verloren. Vergangenes Jahr hat dann die Bäckerei Zimmerer aus Kirchdorf in der alten Schule einen Raum angemietet. Dort gibt es die wichtigsten Lebensmittel zu kaufen. Außerdem hat sich der Ort zu einem Treffpunkt entwickelt – genauso wie das Pfarrcafé, das jede Woche im Pfarrhof veranstaltet wird. Da wir keinen Wirt mehr haben, sind solche Einrichtungen wichtiger denn je.

Sie haben die Volksschul-Kooperation mit Mörschwang und Weilbach erwähnt. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit von Gemeinden?
In nächster Zeit muss verstärkt mit den Nachbargemeinden zusammengearbeitet werden, sei es bei der Kinderbetreuung, bei der Verwaltung oder im Bauhof. Notwendig wird dies zum einen aus Kostengründen, für mehr Effizienz, zum anderen, um Qualität und Angebot zu verbessern.
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