19.07.2016, 09:29 Uhr

Vizemeister setzt auf rotes Schuhwerk

Alexander Holzinger aus Tumeltsham ist österreichischer Vizemeister. (Foto: Baumgartner)

Alexander Holzinger aus Tumeltsham holte im Mai den österreichischen Vizemeistertitel im Straße-Berg Rennen.

TUMELTSHAM (ebe). Der 20-jährige Tumeltshamer Alexander Holzinger startete bereits mit 14 Jahren seine Radkarriere. Schon bei den Junioren bewies er sein Talent. Im Interview mit der BezirksRundschau spricht er über Taktik, Training und sein Erfolgsgeheimnis.

BezirksRundschau: Zweiter bei den österreichischen Meisterschaften Straße-Berg in Kindberg: das klingt ziemlich anstrengend. Wie sieht so ein Rennen aus?
Alexander Holzinger:
Für gewöhnlich gibt es bei den Bergrennen eine kurze Anfahrt, dann beginnt gleich der Anstieg. In Kindberg war allerdings so gut wie keine Anfahrt. Über die Straße und rauf auf den Berg, neun Kilometer, 750 Höhenmeter, das ist in etwa eine Steigung von über acht Prozent.

Und Sie haben nur knapp den Meistertitel verpasst?
Ja, leider. Die Enttäuschung war am Anfang groß. Mittlerweile kann ich mich aber auch über den zweiten Platz freuen. Ich bin das Rennen taktisch angegangen. Mein stärkster Konkurrent war mit mir am Start, wir waren von Beginn an nicht weit voneinander entfernt. Mein Ziel war es, auf dem flachen Teilstück kurz vor Schluss aufzuholen. Leider hatte mein Rivale den selben Plan, und so hielt er den Abstand von 50 Metern bis ins Ziel.

Zu Ihren Stärken zählen also Bergrennen. Wo trainiert man dafür am besten?
Durch meine Statur und Körpergröße habe ich beim Bergfahren einfach klare Vorteile. Da ergibt sich die Stärke ganz von allein. Und zum Trainieren eignet sich in meiner Heimat am besten der Hausruckwald. In Eberschwang ist die höchste Erhebung, die fahre ich dann mehrmals rauf und wieder runter. Für Kindberg habe ich mich aber auch am Gaisberg vorbereitet.

Mit welchem Alter starteten Sie ihrer Radkarriere, um mit 20 Jahren schon internationale Erfahrungen in der Tasche zu haben?
Mit 14 Jahren habe ich im Nachwuchsverein der Rieder begonnen und bin bei den Junioren auch internationale Rennen gefahren. Nachdem ich beim Team Gebrüder Weiss - Oberndorfer im Continental Team internationale Erfahrungen sammeln konnte, löste sich der Verein leider auf. Mittlerweile bin ich im Team Melasan Sport in Gmunden gelandet und dort seit kurzem Mannschaftskapitän. Dabei ist es meine Aufgabe, die Taktik für das Team bei Rennen auszuwählen und die Stärken meiner Kollegen richtig einzusetzen.

Radsport - ist das Einzel- oder Teamsport?
Radfahren ist, wie die wenigsten glauben, ein richtiger Teamsport. Es erfordert viel Taktik. Wenn sich ein Teamkollege an die Spitze setzt, kann sich der Rest des Teams regenerieren und Kräfte sammeln. Wir trainieren übrigens hauptsächlich alleine, da meine neun Teamkollegen in ganz Oberösterreich verstreut sind.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
(lacht) Die roten Radschuhe. Mittlerweile sind sie zu einem Markenzeichen von mir geworden, und bringen Glück. Nein, ich achte vor den Rennen sehr auf meine Ernährung, lege mir eine Renntaktik zurecht und trainiere 10 bis 15 Stunden pro Woche auf dem Rad.

Apropos Training: Auf welches Ziel trainieren Sie gerade hin?
Ich möchte im kommenden Jahr wieder von den Amateuren in die Bundesliga aufsteigen. Mein Ziel ist auch, bei der Österreich-Radrundfahrt einmal am Start zu sein. Es ist mit acht Etappen das größte Rennen in Österreich und das einzige, das auch international mitmischt.
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