16.03.2016, 11:54 Uhr

Der Waldhelfer: Wo guter Rat nicht teuer ist

Josef Gadermaier aus Eberschwang ist seit 28 Jahren einer von 18 Waldhelfern im Bezirk Ried und kennt den Hausruckwald wie seine Westentasche.

EBERSCHWANG (ebe). "Für den Wald hatte ich schon immer großes Interesse. Zum Job des Waldhelfers bin ich aber eher durch Zufall gekommen", erklärt Josef Gadermaier. Der hauptberufliche Landwirt ist seit 15 Jahren Obmann der Waldhelfer Ried und ist gemeinsam mit zwei Kollegen Forstunternehmer.

Von der Beratung zur Durchführung

"Früher waren wir Waldhelfer hauptsächlich Berater für die Waldbesitzer. Heute führen wir vieles selber aus. Vom Ausheben des Pflanzloches, dem Abstimmen der Mischung von Pflanzen, dem Setzen, über die Pflege bis zur Vermarktung und dem Einholen von Förderungen", so Gadermaier. Ihr Bestreben ist es, den Wald zu Verjüngen. Dabei spielt die Tanne eine große Rolle: "Sie ist gegen die steigenden Temperaturen resistent im Gegensatz zur Fichte. Der Hausruck wird wieder mehr zum Tannen- und Buchenwald, durch die wärmeren Jahreszeiten."

Ein perfektes System

In Oberösterreich ist der bäuerliche Waldbesitzerverband (BWV) mit seinen 160 Waldhelfern ein gut etabliertes System, das sich sehr bewährt hat. Rund 1800 Mitglieder umfasst der Verband im Bezirk Ried, 18 Waldhelfer arbeiten in den heimischen Wäldern. "Rund ein Drittel meiner Jahresarbeitszeit verbringe ich im Wald. Es ist ein Nebenberuf, hauptberuflich sind die meisten Waldhelfer Landwirte", erklärt Gadermaier. Mit dem Beruf des Landwirts lassen sich die Aufgaben gut vereinbaren. Die Hauptsaison dauert von Oktober bis April, im letzten Sommer fielen durch die große Hitze auch im Sommer Arbeiten an. "Der Borkenkäfer ist eine große Gefahr. Er hat bereits viele Bäume im Hausruck befallen. Wird der Sommer heuer wieder heiß, hat der Käfer die besten Möglichkeiten, sich weiter zu verbreiten – eine Katastrophe droht."

Pflege ist das Um und Auf

Bei den landwirtschaftlichen Betrieben wird der Wald zur Nebensache. Gadermaier beobachtet beim Durchforsten oft Schäden im Wald. Er macht die Waldbesitzer darauf aufmerksam, denn er legt Wert auf die Weiterentwicklung des Waldes. "Die Fremdbetreuung der Waldstücke steigt, dadurch ist die Verjüngung und Pflege gesichert und die Qualität des Waldes steigt. Bedeutend ist für die Waldhelfer auch die gute Zusammenarbeit mit der Jägerschaft, denn das Gedeihen der Naturverjüngung hängt stark mit der Wilddichte zusammen", so der Waldhelfer aus Eberschwang. "Unser Wissen kombiniert mit einem gesunden Hausverstand und der Leistung von starken Maschinen – das bieten wir allen Waldbesitzern an. Ein Angebot des Verbandes der bäuerlichen Waldbesitzer das zeigt, dass guter Rat nicht immer teuer ist."
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