29.04.2016, 08:07 Uhr

Karriere in der Gastronomie

Poldi Fink, Lehrlingsausbildnerin am Loryhof mit Stefanie, Rebecca und Isabell. (Foto: Loryhof)

Weltweites Jobangebot und guter Verdienst – trotzdem sucht die Gastronomie nach Fachkräften.

BEZIRK (ebe). Berufe in der Gastronomie sind klar im Wachstum. Im vergangenen Jahr waren es rund 20.000 Beschäftigte, die in der Branche tätig waren. Nach wie vor werden aber Fachkräfte gesucht, um alle Stellen abdecken zu können. Den Grund dafür sieht Gunter Schmidhuber, stellvertretender Leiter des AMS Ried, vor allem im fehlenden Wissen. "Eine Ausbildung in der Gastronomie bietet sehr viele Chancen. Sie eröffnet internationale Wege. Fachkräfte haben die Möglichkeit, weltweit tätig zu sein, egal ob auf einem Schiff oder auch in gehobenen Tourismusgebieten. Diese Chancen bieten nur sehr wenige Berufe." Im vergangenen Jahr waren beim AMS Ried rund 492 offene Stellen in der Gastronomie gemeldet. Parallel dazu waren 413 Personen als arbeitslos gemeldet, die aus dieser Branche kommen. "Die Ausgeglichenheit täuscht", weiß Schmidhuber, "Bei den Arbeitssuchenden war der Großteil saisonal beschäftigt. Sie kommen meist aus der Wintersaison zurück, sind für einige Wochen arbeitslos gemeldet und gehen anschließend auf Sommersaison." Im Bezirk Ried finden sich hauptsächlich Jahresstellen, keine saisonal abhängigen Jobs.

Arbeitszeiten werfen schlechtes Licht auf Jobs
"Die Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende werden mehr, rücken in ein schlechtes Licht. Dabei handelt es sich nur um eine Verschiebung der Freizeit. Man kann zum Beispiel Freizeiteinrichtungen abseits der Hauptfrequenz nutzen", erklärt Thomas Mayr-Stockinger, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer OÖ. Er sieht den Vorteil auch in der variablen Arbeitszeit. "In der Gastronomie gibt es viele Teilzeitstellen, von ein paar Stunden pro Woche bis hin zur Vollzeitbeschäftigung. Auch Jobs von Montag bis Freitag sind zu finden." Der finanzielle Aspekt kann kein Grund für die mangelnden Fachkräfte sein. "In anderen Branchen verdienen Jugendlichen wesentlich weniger als in der Gastronomie. Durch das Trinkgeld wird der Verdienst außerdem noch aufgebessert", weiß Schmidhuber.Die Lehre in der Gastronomie hat sich in den letzten Jahren völlig verändert. "Bei uns sind Lehrlinge ab dem zweiten Jahr direkt beim Gast und bewirten. Das ist eine Herausforderung. Dabei ist ein offenes und freundliches Auftreten die Grundlage. Schenkt die Servicefachkraft ein ehrliches, herzliches Lächeln, schmeckt das Essen einfach noch besser", weiß Poldi Fink, Lehrlingsausbildnerin am Loryhof.
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