11.05.2016, 13:58 Uhr

Nächster Schritt im "Lückenschluss" der Umfahrung Ried

Ried setzt einen klaren Schritt: Für eine Gesamtlösung, mit beiden Teilabschnitten der Südumfahrung durch die Spange 3 werden am 12. Mai die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen.

RIED (ebe). Mit einer entsprechenden Trassenverordnung bekennt sich das Land Oberösterreich nun zur Umsetzung des zweiten Teilstücks der Umfahrungsspange 3 in Ried. Der Gemeinderat wird in einer Sondersitzung am Donnerstag, 12. Mai, die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen. "Somit rückt die Realisierung der Spange 3, der Südumfahrung von Ried, ein großes Stück näher", betont Bürgermeister Albert Ortig in der Pressekonferenz. Auch die SP als langjähriger Gegner der Spange 3, mit Vizebürgermeister Michael Steffan, stimmen der Gesamtlösung nun zu. "Mit der ersten Teillösung und der Einmündung der Umfahrung beim "Strnad-Eck" wäre die Entlastung für Anrainer wieder nicht gegeben. Gegenüber dieser großen Gesamtlösung bis zum Bahnübergang wird sich aber meine Fraktion nicht verschließen."

So verläuft Teil 2
Die Trasse für den ersten Abschnitt von der Frankenburger Straße bis nach Wegleiten wurde vom Land bereits im Vorjahr festgelegt. Das zweite Teilstück betrifft die Einbindung in die Eberschwanger Straße. Dabei wird von der Stadt Ried eine Unterführung der Hausruckbahngleise anstatt des jetzigen, niveaugleichen Übergangs angestrebt. Der zweite Teil der Spange 3 quert von Eberschwang kommend, die Gleise der Hausruckbahn etwas südlich. Er führt über das Lagerareal der Firma Wessenthaler und quert den Oberbrunnerweg. Hinter der Siedlung Eberschwanger Straße zieht die Spange 3 in Richtung Koblstattbauer. Dort soll ein Kreisverkehr die Anbindung an die B143, mündend im "Strnad-Eck" und die weiterführend in die Innenstadt gewähren. Das Straßenstück vom Bahnübergang in der Eberschwanger Straße bis zum "Strnad-Eck" wird nach Errichtung der neuen Trasse zu einer reinen Zufahrtsstraße oder auch Sackgasse. "Als FP war uns die Spange 3 schon immer ein Anliegen. Wir sehen in der Umfahrung vor allem eine Verbindungsstraße. Es wird nur eine Zufahrtsstraße an der Spange 3 geben, diese ist für die Firma Schenker und den neu zu errichtenden Bauhof der Stadt Ried vorgesehen", erklärt Stadtrat Thomas Dim.

Ried wächst
Laut Umweltbericht vom Land Oberösterreich hat sich die Region in und um Ried in den letzten Jahrzehnten sehr gut entwickelt. Es ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Arbeitsplätzen und einer entsprechenden Siedlungstätigkeit geworden. Dadurch ist auch das Verkehrsaufkommen gestiegen. Um das Stadtzentrum vom Durchzugsverkehr zu entlasten, und Lärm- und Abgasemissionen zu reduzieren ist seit vielen Jahren die Südumfahrung Thema im Gemeinderat. Sie würde als Lückenschluss eine leistungsfähige Verbindung von der Rieder Straße und der Innkreis-Autobahn zur Hausruckstraße dienen. Das kommt auch den Anrainern in der Eberschwanger Straße sehr zugute. Verkehrsstadtrat Max Gramberger sieht keine Notwendigkeit der Spange 3. "Sie wurde nie mit seriösen Untersuchungen belegt. Wir von den Grünen fordern schon seit längerem Verfolgungszählungen, denn so könnte eine relativ verlässliche Prognose erstellt werden. Die Verkehrszählungen sind laut Ortig für Herbst 2016 oder Frühjahr 2017 zu erwarten, da sich die Strukturen der Stadt Ried unter anderem durch das neue Einkaufszentrum verändert haben.

Nächste Schritte
Sobald die Detailplanung des Landes für die Spange 3, Abschnitt 2, erstellt ist, hat sie drei Bewilligungsverfahren zu durchlaufen: Die Bewilligung nach dem Eisenbahnrecht, nach dem Wasserrecht und nach dem Naturschutzrecht. Wird jedes dieser Verfahren mit einem positiven Bescheid abgeschlossen, folgen Verhandlungen zur Grundeinlöse und das straßenrechtliche Bewilligungsverfahren.
Zu Wort kommt allerdings auch Biolandwirt Peter Gadermaier, dessen Bauernhof direkt an der geplanten Trasse steht. Als einen "taktisch klugen Schachzug" bezeichnet er das Vorgehen in diesem Fall. "Mit der Aktion rund um den zweiten Teilabschnitt sollen hauptsächlich Fehler korrigiert werden, die bei der Verordnung vom ersten Teilabschnitt passiert sind. Mit dieser fehlerhaften Datengrundlage kann die Spange 3 nicht genehmigt werden. Ein zweiter Teilabschnitt mit Bahnunterführung würde noch einmal soviel kosten, wie der erste Teil der Umfahrung. Ich werde meinen Weg weiter beschreiten und meine Standpunkte klar vertreten." Das letzte Wort ist im Fall Spange 3 noch länger nicht gesprochen.
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