Viel Druck auf Wild und Jäger

Regulierung der Rotwildbestände im Bezirk Innsbruck-Land: Die Abschusserfüllung liegt noch nicht bei 100
 

Gute Bilanz bei der Pflichttrophäenschau des Bezirkes Innsbruck-Land in Seefeld

SEEFELD/BEZIRK. Hunderte fleißge Jäger und Freunde des Weidwerks versammelten sich am Wochenende in der Seefelder WM-Halle und staunten über die rund 2650 Trophäen verschiedenster Wildarten. Insgesamt wurden im Vorjahr im Bezirk 10.260 Stück Wild erlegt (davon über 8127 Stück Schalenwild).

Bezirksjägermeister Thomas Messner ist mit der Abschusserfüllung bei allen Wildarten im Bezirk zufrieden, die Räude und die Überpopulation beim Rotwild sind weiterhin Themen.

Die Politik macht auch von den Wiesen, den Wälder und dem Gebirge nicht halt: Die traditionelle und größte Bezirks-Pflichtrophäenschau Tirols in der Seefelder WM-Halle wurde wieder zum Podium für die Tiroler Jäger- und Politikerspitze. Bezirksjägermeister Thomas Messner zeigt sich recht zufrieden mit der Abschusserfüllung im Bezirk. Seine Sorgen drehten sich um das Gams- und Steinwild in einigen Revieren nahe Südtirol. Die Räude setzt den Populationen arg zu. Gleichzeitig ist Messner stolz, dass die Jägerschaft in den betroffen Revieren im Wipp- und Zillertal ihr Augenmerk auf das kranke Wild richten: „Es werden große Geldsummen aufgewendet, und im Endeffekt sind die Jäger dann wieder nur Kadaverbeseitiger. Großer Dank gilt den Jagdpächtern, dass sich besonders auf das kranke Wild konzentrieren und herausnehmen.“ Froh ist Messner, dass die Räude noch nicht westlich der Sill aufgetreten ist: „Wenn das so wäre, hätten wir ein großes Problem!“

Lob spendet Bezirksjägermeister Messner den Jägern auch bei der Abschusserfüllung beim „Problemwild“, dem Rotwild. Das muss reduziert werden, um den Wald nicht zu schaden: „Es gibt in zwei oder drei Hegebereichen noch Handlungsbedarf, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Problem ist für Messner auch der hohe Jagddruck auf das Rotwild. Die starke Bejagung treibt die Hirsche in die Deckung, trotzdem legt der Bezirk die Latte bei der Bejagung weiterhin hoch: „Das Augenmerk galt vor allem dem Kahlwild, also dem Zuwachsträger, hier liegt die Abschusserfüllung bei 93%!“ Sollten sich die Zahlen beim Rotwild irgendwann einpendeln, wird die nächste Baustelle aktuell: „Danach werden wir uns mit dem Rehwild beschäftigen müssen. Die Qualität leidet, weil das Augenmerk so beim Rotwild liegt.“

Nicht zu kurz kam auch der für die Jagd zuständige LR Toni Steixner. Er regt einige Anpassungen im Jagdgesetz an, wie etwa „dreijährige Jagdpläne“ oder ein Bonussystem für fleißige JägerInnen: „Wer viel Kahlwild schießt, soll belohnt werden“, so Steixner. Thema für ihn ist auch die Aufhebung der Klasseneinteilung beim Wild (dzt. Klasse I bis III). Messner sieht beim Gesetz keinen Handlungsbedarf: „Die Vorgaben sind alle gut so, was fehlt ist die bessere Exekution der Gesetze.“ Und ein Bonussystem für Abschüsse gibt es im Bezirk bereits: Ein kapitaler Erntehirsch wird in einem Revier gern frei gegeben, wenn die Kahlwildabschüsse passen.

Ehrung:
Wildmeister Karl Kempf aus Neustift wurde anlässlich der Bezirks-Trophäenschau in Seefeld für seine besonderen Verdienste geehrt und zum Abschied seiner Tätigkeit mit einem Rehwildabschuss belohnt. „Er hat sich 40 Jahre lang für die Jagd im Bezirk eingesetzt und zig-tausend Jäger ausgebildet“, erklärt Bezirksjägermeister Thomas Messner.

Musikalische Unterhaltung:
Der „Stubaier Jagdhornklang“ – die einzig weiblich besetzte Bläsergruppe Tirols – zeigte bei der Trophäenschau in der Seefelder WM-Halle zusammen mit den Männerngruppen ihre Klasse, auch die jungen Besucher waren beeindruckt! Seit drei Jahren gibt es das aus Neustift stammende Damen-Ensemble.

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