von Georg Larcher
Nicht Hände falten, Pappen halten, wie die Fraktion „Telfs Neu“ unter Doris Walser schon zum Auftakt des Wahlkampfes 2009 verkündete, sondern Handeln und Lenken ist angesagt, wenn der Telfer Handel und die Kaufkraft nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sollen. Ein „Ortsmarketing“ soll dem vorbeugen, soll das Zentrum beleben, so wie es auch schon im Ortsleitbild 1995/1996 unter dem damaligen Bgm. Helmut Kopp und Herbert Plangger Schwerpunkt war.
Dank der Landes-Förderung in Höhe von 70 % im Rahmen des Projektes LA 21 Dorferneuerung darf Telfs ein Jahr lang mit Hochdruck an der Ausarbeitung eines realistischen Konzeptes arbeiten, so die beiden Initiatoren, Wirtschaftsausschussobmann GR Sepp Köll und GV Doris Walser. Beide laden die Bürger dazu ein, aktiv an der Entwicklung des Marketingprozesses teil zu nehmen. Walser: „Nur wenn ein breiter Konsens bei der Ideenfindung besteht, dann ist auch eine akzeptierte Umsetzung möglich.“
Der Telfer Gemeinderat hat vor zwei Wochen den Segen dazu gegeben, € 20.000,- aus eigener Kraft für das Leitbild aufzubringen, das von der Fa. Tirol Consult (hat Telfs schon 1995/96 bei der Erstellung des Leitbildes begleitet) ein Jahr lang betreuen wird. Kritische Stimmen gab es von Vinzenz Derflinger (Du und Wir): „Die Wirtschaft lässt sich wenig dreinreden, die ist selbst mündig genug!“ Auch Vbgm. Christoph Stock (VP) ist kein Freund von Leitbildern, wie er sagt: „Wir brauchen jemanden, der Charisma ausstrahlt, einen Umsetzer, einen Kümmerer.“ – Stock spricht den Citymanager an, der ist bereits seit vielen Jahren Thema in Telfs. Davon kann auch Unternehmerin und Telfer Wirtschafts-Stimme Silvia Schaller (Wir für Telfs) ein Lied singen, von vergeblichen Mühen: „Man ist früher immer mit Herz dabei gewesen, aber wenn es dann am Geld fehlt, hört das auf, man brennt aus.“ „Ohne Geldmittel geht nichts“, macht auch Vbgm. Günter Porta (Positive Zukunft Telfs) klar: Wenn ein Unternehmen gestartet wird, muss es auch durchgezogen werden, die Finanzierung sichergestellt sein. Befürchtungen äußert auch Walser: „Vor allen Dingen werden wir darum kämpfen, dass die erarbeiteten Konzeptpunkte auch umgesetzt und nicht schubladisiert werden, weil keine oder nur mangelnde Bereitschaft herrscht, für Wirtschaftsmaßnahmen Geld in die Hand zu nehmen.“ Peter Gritsch (SP) meint, es liegt am Gemeinderat, die Rolle des Kümmerers einzunehmen. Bgm. Christian Härting vertritt die Auffassung, dass die Wirtschaft bisher zu wenig Zusammenarbeit zeigte: „Die Gemeinde kann Beschlüsse fassen, aber es hapert dann meist an der Umsetzung!“
Härting erhofft sich Besserung ab 2012, dann wird ein Citymanager eingesetzt werden, der die Stelle vom jetzigen Sportzentrumchef Hans-Peter Schiller (geht in Pension) einnimmt.
Die Ausschreibung für den/die City-Manager(in) ist noch nicht vom Gemeinderat beschlossen worden – bis der Beschluss da ist, kann hier nichts geschehen. Die genauen Anforderungskriterien werden erst dann im Detail geklärt. Der (oder die) neue Manager(in) wird sich im kommenden Jahr vor allem um das Sportzentrum und das Schwimmbad kümmern müssen. Rathaussaal-Manager Hubert Mussack geht Ende 2012 in den Ruhestand, auch dafür wird die neue Person dann verwendet werden, auch für die Leitbilderstellung.






