10.07.2016, 00:00 Uhr

Reiterfest wird eine Reise zurück

Der Göpel auf der Koppel: Hans Löffler und Otto Stallinger zeigen, wie einst Maschinen betrieben wurden.

In Eilmannsberg wird am Sonntag, 17. Juli, auf einem Göpel das "Gsottschneiden" gezeigt.

PFARRKIRCHEN. Die letzten Handgriffe sind getan – nun steht der Göpel auf der Koppel in Eilmannsberg. Zum 25. Mal findet heuer das Reiterfest in Eilmannsberg statt. Aus diesem Anlass laden Obmann Johann Löffler und Otto Stallinger zu einer Zeitreise ein. Sie haben bei Familie Pöcherstorfer in Sarleinsbach einen alten Göpel aufgetrieben und in Eilmannsberg aufgestellt. Ursprünglich befand sich diese Anlage, die ganz aus Holz ist – sogar mit Holznägeln genagelt – in fast jedem Stadel. In Eilmannsberg steht sie nun "open air". Warum? "Wir zeigen damit beim Reiterfest, wie man in der Landwirtschaft vor der Elektrifizierung gearbeitet hat", erklärt Hans Löffler. Löffler ist Obmann des Reit- und Fahrvereins Pfarrkirchen, der das Fest veranstaltet.

Pferde machen Arbeit

In einen Göpel wurden Pferde eingespannt, die ein Schwungrad angetrieben haben. "So wurde Gsott geschnitten, die Brechmühle oder ein Schleifstein betrieben", erinnert sich Otto Stallinger an seine früheste Jugend zurück. Als Bub hat er dabei mitgeholfen. "Gsott" ist die Bezeichnung für fein geschnittenes Stroh, gemischt mit ebenso feingeschnittenen Heu, das an die Tiere verfüttert wurde. "Im Frühjahr, wenn das Heu knapp war, wurde es mit Stroh gestreckt", erklärt Stallinger. "Das fein geschnittene Gsott hatte bei den Pferden auch den Vorteil, dass sie es schneller fressen konnten und dadurch rasch wieder arbeitsfähig waren."

40 Jahre Deckstation

Otto Stallinger hat am Festwochenende in Eilmannsberg ebenfalls guten Grund zu feiern. Seit 40 Jahren betreibt er eine Noriker-Deckstation. Beim Reiterfest gibt es daher heuer auch eine Nachzucht-Schau und: "Zum 25. Mal verlosen wir bei der Tombala heuer auch wieder ein Pferdefohlen", verrät Hans Löffler. Stallingers Vater Johann hat mit der Pferdenachzucht begonnen. "1976 haben wir den ersten Hengst bekommen", sagt Stallinger. Wieviele Pferdefohlen seither in der Deckstation "produziert" wurden, kann er auswendig nicht mehr genau sagen. Aber die Namen der Deckhengste kennt er noch genau – auch wodurch sie sich jeweils ausgezeichnet haben. Aktuell ist Tarent Vulkan im Einsatz. Indien – dorthin kam jene Noriker-Stute aus der Zucht Otto Stallingers, die am weitesten reisen durfte. Grundsätzlich aber kämen die Kundschaft aus Österreich und Bayern.

Arbeitspferde nur mehr Hobby

Arbeitspferde sind in den letzten Jahren immer mehr von den Höfen verschwunden, daher ist auch das Interesse an der eigenen Pferdenachzucht rückläufig. "Wer sich heute ein Pferde anschafft, will eines, das schon zugerichtet und reitbar ist", sagt Stallinger." In Eilmannsberg sind die Noriker noch manchmal im Wald oder beim Erdäpfel anackern eingespannt. "Sonst oft zum Kutschenfahren", sagt Stallinger. Derzeit stehen in seinem Stall vier Pferde – drei Noriker und ein Haflinger.

80 Mitglieder

Insgesamt haben die 80 Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Pfarrkirchen 123 Pferde in den Ställen stehen.





Zur Sache – das Programm am Reiterfest:

ab 10.30 Uhr: Frühschoppen mit Musik
Nachzuchtsschau, Pferdeschau
13 Uhr: Kegelfahren, Fahrbewerb
14 Uhr: Schauprogramm mit Geißelschnalzen, Tandemfahren (Tandemreiten mit drei verschiedenen Rassen), Bandlfahren, Dressur-Quadrille und Spring-Quadrille, Römerwagenfahren un der Göpelvorführung.
Als Highlight wird wieder ein Fohlen im Wert von etwa 600 Euro verlost.
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