01.09.2016, 16:39 Uhr

Bei Schädel-Hirn-Traumen richtig reagieren

Grundsätzlich schützt bei Freizeitaktivitäten ein Helm am besten. (Foto: fotolia/monkeybusiness)
BEZIRK. Eine kurze Unachtsamkeit auf dem Fahrrad, ein falsch eingeschätzter Kopfsprung in zu seichte Gewässer, eine Straßenunebenheit beim Inline-Skaten oder ein klitzekleiner Moment des Wegsehens, während der Spross jauchzend auf dem Klettergerüst herumtobt – nahezu überall stürzen große und kleine Österreicher täglich. Nicht selten und leider immer noch häufig auf den ungeschützten Kopf.

Vorsicht bei Sturz aus zwei Metern

Oft gehen diese Stürze wider ersten Erwartens glimpflich aus. Dennoch ist bei einem Fall auf unser Haupt, insbesondere aus einer Höhe von mehr als zwei Metern auf harten Untergrund, Vorsicht angesagt. Das Gehirn könnte Schaden genommen haben. Raimund Gattringer, Assistenzarzt an der Abteilung für Unfallchirurgie am Landes-Krankenhaus Rohrbach informiert über mögliche Alarmzeichen, die auf jeden Fall medizinisch abgeklärt werden müssen: „Ein sehr großer Teil der Kopfverletzungen sind neben Platzwunden oder Beulen leichte Schädel-Hirn-Traumen, besser bekannt als Gehirnerschütterung. Diese wird hervorgerufen, wenn das Gehirn etwa durch einen Schlag sehr plötzlich an den Schädelknochen schlägt." Betroffene sollten daher nach einem Sturz auf den Kopf das eigene Verhalten über einige Stunden gut beobachten.

"Typisches Anzeichen für eine Gehirnerschütterung sind kurze Phasen der Bewusstlosigkeit", sagt Gattringer. Nicht immer sind die Symptome für einen selbst oder für das Umfeld jedoch so deutlich. "Vielfach gehen mit einer Gehirnerschütterung auch Benommenheit, Schwindel, Erinnerungslücken, Kopfschmerzen oder Übelkeit einher." Gattringer rät, im Umgang mit Schädel-Hirn-Traumen im Zweifelsfall lieber Vorsicht walten zu lassen und ärztlichen Rat zu holen.

Schädelbasisbruch

Neben den erwähnten Symptomen können etwa asymmetrische Pupillen Anzeichen auf ein schweres Schädel-Hirn-Trauma oder sogar eine Hirnblutung sein. Fließt klare oder blutig verfärbte Flüssigkeit aus Nase oder Ohr, steckt in einigen Fällen ein Schädelbasisbruch dahinter. In diesen Fällen gilt – auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus und sich medizinisch versorgen lassen.

Kopf mit Helm schützen

Egal ob Gehirnerschütterung oder einfach "nur“ ein Sturz auf den Kopf – im Normfallfall klingen die Symptome nach einigen Tagen von selbst wieder ab. In dieser Zeit ist es sinnvoll, sich zu schonen, keinen Sport zu treiben und zudem auch auf intensives Lesen oder Fernsehen zu verzichten. „Die einfachste und effizienteste Möglichkeit – zumindest bei vielen Freizeitsportarten – ist es jedoch, das wichtigste Körperteil – den Kopf – mit einem Helm zu schützen“, sagt Gattringer.
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