18.10.2016, 09:00 Uhr

Sozialpreis für liebevollen Einsatz

Elisabeth-Preisträgerin Maria Ruttmann aus Altenfelden und Rosina Öttl, Leiterin des Sozialkreises Altenfelden (vl.)

Maria Ruttmann erhält den Elisabeth-Preis 2016

SARLEINSBACH (alho). Maria Ruttmann aus Altenfelden heißt die Preisträgerin des Elisabeth-Preises, der vom Sozialsprengel Oberes Mühlviertel bei der Jahresversammlung im gefüllten Saal des Kirchenwirtes vergeben wurde. Der Preisname wurde in Anlehnung an die heilige Elisabeth von Thüringen gewählt, die sich ihr Leben lang besonders um arme und kranke Menschen kümmerte. „Diese Ideale passen genau zu den Zielen des Sozialkreises“, erklärte Max Wiederseder, Obmann des Sozialkreises (SOM9, der beschrieb, warum es einen Sozialpreis gibt: „Viele Menschen investieren unglaublich viel Zeit für Menschen mit Hilfebedarf. Gerade unsere im hohen Maße materiell geprägte Welt braucht solche Vorbilder. Solidarität, Einsatz für Schwächere gehören vor den Vorhang. Mit dem Elisabethpreis werden Menschen für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet.“ Elisabeth Guld vom Sozialkreis meinte: „Wir haben für den Elisabethpreis Menschen in der Gruppe der stillen Helfer gesucht. Dabei haben wir keine Reihung vorgenommen, sondern ließen das Los entscheiden.“

Pflege von Kind und Schwiegereltern

Maria Ruttmann (53) hat vier Kinder und ist seit 26. Jänner 2012 Witwe. Ihr Mann ist bei einem tragischen Unfall am Bauernhof ums Leben gekommen. Das jüngste Kind, Michaela (15) ist geistig beeinträchtigt. Das Kind braucht rund um die Uhr Betreuung und geht seit drei Jahren in die Diakonie Martin-Boos-Schule in Gallneukirchen. Michaela wird von Arcus auch mobil betreut, wofür die Mutter sehr dankbar ist. Die Schwiegereltern von Maria Ruttmann wohnen auch am Bauernhof und sind beide schon über 80 Jahre alt. Die Schwiegermutter leidet an Demenz.

Aktive Landwirtin

Der Sohn ist 26 Jahre und will den Hof einmal übernehmen. Maria möchte die Landwirtschaft für ihren Sohn weiterführen und ist für jede Hilfe dankbar, da sie oft nicht weiß wo sie zuerst anpacken soll. Sie hat sich sehr gefreut, dass der Sozialkreis an sie gedacht hat, hat aber gleichzeitig gemeint, dass in Altenfelden vielleicht jemand anderer wäre, dem diese Auszeichnung mehr gebührt. Der Elisabethpreis wird vom Sozialkreis in Form eines Warenpreises im Wert von rund 350 bis 400 Euro vergeben.
Bürgermeister Roland Bramel bedankte sich in der Jahresversammlung bei den engagierten freiwilligen Helfern des Sozialkreises und meinte: „Es sind jene Menschen, die noch erkennen, wo der Schuh drückt und ohne lange zu fragen Hilfe leisten. Danke für den fast pausenlosen Einsatz“.

Kitt in der Gesellschaft

Im Festvortrag zum Thema „Der Kitt in der Gesellschaft – über die Bedeutung des Ehrenamtes“ würdigte Bischof Manfred Scheuer den unermüdlichen Einsatz der engagierten Helfer: „Ohne Freiwillige ist kein Staat zu machen. Ohne Ehrenamtliche würde auch die Kirche zerbröseln! Freiwillige engagieren sich in unserem Land besonders für Kinder und Jugendliche. Die sind nicht nur Zukunft, sondern Gegenwart. In einer Gesellschaft, die sich immer mehr aufsplittert, sind Ehrenamtliche so etwas wie ein Kitt“ und verwies auf den Willen vieler Menschen etwas Nützliches und Sinnvolles zu tun. Bischof Scheuer: "Gerade junge Menschen sehnen sich danach, dass ihre Fähigkeiten und Talente entdeckt und geschätzt werden. Diese Botschaft gilt es jungen Menschen zu vermitteln: Wir brauchen euch! Du kannst das!“ Wenn nach einem Genie gefragt wird, meinte der Diözesanbischof: „Warum gelten nicht jene als Genie, die ihre Angehörigen jahrelang pflegen.“
Für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung sorgte der Frauenchor Sarleinsbach.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.