01.06.2016, 07:12 Uhr

Brand im Asylwohnheim: 5000 Euro Belohnung für Hinweis auf Täter

(Foto: Foto: FF Altenfelden)
UPDATE 4, 3. Juni: Seit Donnerstag, 2. Juni, ermittelt nun eine Sonderkommission der Polizei im Fall des Brandanschlages auf das Asylheim in Altenfelden. Das Team setzt sich zusammen aus drei Beamten des Landeskriminalamtes, zwei des Landesamtes für Verfassungsschutz und drei Polizisten aus dem Bezirk Rohrbach. Es sind auch schon erste Hinweise bei der Polizei eingegangen, eine konkrete Spur gibt es aber laut der Kommission nicht.

UPDATE 3, 20 Uhr: Von der Polizei wurde eine Ermittlungsgruppe gebildet, der Ermittler des Landeskriminalamts, des Landesamtes für Verfassungsschutz und Ermittler aus dem Bezirk Rohrbach angehören. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der oder des Täters führen, lobt die Landespolizeidirektion Oberösterreich bis zu 5000 Euro aus. Hinweise bitte an die Hotline 059133-40 33 33 oder an jede Polizeidienststelle.

UPDATE 2, 16:11 Uhr: Das heute Nacht in Brand gesteckte Asylwerberhaus in Altenfelden wird an der gleichen Stelle wieder aufgebaut, das hat Landesrat Rudi Anschober vor kurzem bekannt gegeben. Anschober: „Der oder die Täter wollen offensichtlich Angst verbreiten – wir lassen uns aber nicht einschüchtern und setzen alleine dadurch ein Zeichen, dass das Quartier an derselben Stelle wieder errichtet werden wird."

"Arbeit konsequent fortsetzen"

Anschober: „Wir lassen uns weder einschüchtern noch von unserer Verantwortung abhalten, sondern werden die Arbeit konsequent fortsetzen. Mein Appell geht in dieser Stunde an alle, die in den vergangenen Monaten immer wieder rhetorische Stimmungsmache und teilweise auch Hetze gegen Menschen auf der Flucht betrieben haben: Schluss damit! Nur allzu rasch kann aus verbaler Gewalt eine tatsächliche Gewalt werden."

Solidarität gegen Hass

Die Sozialistische Jugend lädt ein, den (geistigen) Brandstiftern mit Solidarität gegenüberzutreten. Am Sonntag, 5. Juni, findet um 16 Uhr eine Kundgebung vor dem Altstoffsammelzentrum, direkt neben der Brandstätte, statt. „Nach diesem Brandanschlag können wir nicht mehr schweigen. Das war nicht nur ein Anschlag auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft, sondern auch auf ein aufgeschlossenes Altenfelden des Zusammenhaltens“, heißt es in der Ankündigung.

UPDATE 14 Uhr: Der Brand in der Asylwerberunterkunft in Altenfelden wurde gelegt. Das hat die Polizei vor kurzem bekannt gegeben. Zwei Brandherde wurden an der Außenmauer des Holzgebäudes gefunden. "Die eingesetzten Spürhunde haben aber keine Hinweise auf Brandbeschleuniger entdeckt", sagt Polizei-Sprecher Bernd Innendorfer.

Betreiber sind erschüttert

"Wir sind aufgrund der nun festgestellten Tatsache, dass es sich um Brandstiftung handelte, geschockt", sagt Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger, Betreiber des Asylwerberhauses. "Wir halten dennoch an unserem Auftrag fest, hilfesuchenden Menschen zu helfen und werden in den kommenden Tagen die Gespräche mit den regionalen Behörden suchen, um ehest mit dem Wiederaufbau beginnen zu können", sagt Aichinger.

Landeshauptmann hofft, dass Täter gefunden werden

Als „verabscheuungswürdige Tat und einen Angriff auf unser gesellschaftliches Miteinander“ bezeichnet Landeshauptmann Josef Pühringer die Brandanschläge auf ein Asylquartier in Altenfelden. „Ich hoffe, dass die Täter rasch ausgeforscht und ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Die Flüchtlinge werden rasch woanders untergebracht. Derzeit gibt es 1300 freie Unterbringungsplätze in Oberösterreich“, sagt Landeshauptmann Josef Pühringer. „Verbrechen wie dieses haben in Oberösterreich nichts verloren. Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit müssen mit allen Mitteln des Rechtsstaats, aber auch mit der Kraft des gesellschaftlichen Zusammenhalts bekämpft werden", sagt der Landeshauptmann.

Keine Feindseligkeiten

"Denn wir dürfen in unserer Gesellschaft keinerlei Art der Feindseligkeit gegenüber Menschen, die bei uns Schutz suchen, zulassen. Wenn wir zu unserem Land und seinen Werten stehen, stehen wir entschlossen gegen jede Form der Menschenfeindlichkeit."

ALTENFELDEN. Ein kurz vor der Fertigstellung befindliches, noch unbewohntes Asylwerberwohnheim in Altenfelden geriet aus noch unbekannter Ursache in Brand. Dies schreibt die Polizei.

Verletzt wurde niemand. Am Mittwoch, 1. Juni, gegen 1:45 Uhr entdeckte ein Passant den Brand in einem neu errichteten und noch unbewohnten Asylwerberheim in Altenfelden. Er alarmierte sofort die Feuerwehr. Beim Eintreffen von Feuerwehr und Polizei stand das Gebäude aus Holz bereits in Vollbrand. In dem Wohnheim hätten in den nächsten Tagen 48 Asylwerber Platz finden sollen. Am Vortag fanden noch Arbeiten durch die Baufirma im Gebäude statt. Die Brandursache ist derzeit noch unbekannt und es liegen auch noch keine Hinweise dazu vor. Im Laufe des Vormittages werden Brandermittler des Landeskriminalamts Oberösterreich und Brandsachverständige die Arbeiten zur Ursachenermittlung aufnehmen.
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