12.10.2016, 08:16 Uhr

„Fäulnispilze sind gar nicht faulig“

Besucher von "Alles Schwammerl" können eigene Pilze zur Bestimmung mitbringen – bitte mit dem ganzen Stiel. (Foto: Foto: panthermedia.net/Edward SV)

Bei der Pilzausstellung „Alles Schwammerl“ in Haslach möchten Pilzkundler für Pilze begeistern.

BEZIRK, HASLACH (hed). „Fäulnispilze, auch Saprobionten genannt. Das ist ein Name für Pilze, die totes, organisches Material zersetzen“, informiert der Pilzexperte am Biologiezentrum Linz. „Fäulnispilze sind also nicht faulig“ (schmunzelt), sondern sie erzeugen Humus und sind ein wesentlicher Bestandteil des Naturkreislaufes“, sagt Otto Stoik. Über die Bedeutung von Pilzen für den Naturkreislauf möchten die Mykologen (=Pilzkundler) der Mykologischen Arbeitsgemeinschhaft am Biologiezentrum Linz bei der Ausstellung „Alles Schwammerl“ Besucher besonders aufmerksam machen. Diese findet vom 15. bis 17. Oktober im TUK Haslach (Kleiner Saal) mit Vorträgen und Kulinarien in verschiedenen Gasthäusern statt (mehr dazu im Zur Sache-Kasten rechts). Veranstaltet wird sie von der önj Kasten in Kooperation mit der Myklologischen Arbeitsgemeinschaft, der Pädagogischen Hochschule und der BezirksRundschau.

Pilze in Lebensgemeinschaft
„Die meisten Pilze wie der Parasol, der Mönchskopf oder der Samtfußrübling, ein Winterpilz, und viele Zuchtpilze sind Saprobionten“, erklärt Stoik. Die Mykologen möchten auch zum sorgsamen Umgang mit Pilzen aufrufen und dabei für die bunte Vielfalt begeistern. Viele Pilze gehen mit Bäumen und Sträuchern eine Lebenspartnerschaft ein, zum Wohle beider Seiten. „Pilze können ja selbst keine Nahrung erzeugen, diese bekommen sie von den Bäumen und geben diesen im Gegenzug Feuchtigkeit. Geht es also den Pilzen gut, geht es auch unseren Bäumen gut. Pilzschutz ist Waldschutz“, betont Otto Stoik.

Herrliche Speisepilze
Einen angenehmen Effekt für uns Menschen lassen die Pilzkundler natürlich nicht außer Acht: Viele Pilze sind herrliche Speisepilze. Dazu komme auch der gesundheitliche Effekt. „Pilze enthalten wertvolle Spurenelemente, Vitamine und sind überdies fettarm“, schwärmt der Mykologe. Für den Verzehr von Pilzen sei es aber sehr wichtig, dass Pilzfreunde die wichtigsten Regeln beim Sammeln von Pilzen kennen und vor allem die wenigen Giftpilze, wie die tödlich giftigen Knollenblätterpilze, genau bestimmen können.

Pilze bestimmen können
„Gerade darauf möchten wir bei der Ausstellung ein Augenmerk legen“, sagt Stoik. Eine Faustregel bei auftretenden Symptomen für eine Pilzvergiftung wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel gilt: „Je größer der Zeitraum von der Pilzmahlzeit bis zum Auftreten von Vergiftungssyndromen ist, desto gefährlicher ist der Giftstoff. Oberste Regel ist: sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus“, rät Stoik. Umfassende Informationen zum Thema Pilze gibt es bei den Vorträgen in Haslach oder auf www.oenj.at.


Zur Sache:
Das Programm der Pilzausstellung in Haslach:
• Samstag, 15. Oktober:
14 Uhr: Geführte Pilzwanderung, Treffpunkt: Vonwiller;
16 Uhr: Fundbesprechung im TUK, Kleiner Saal

• Sonntag, 16. Oktober:
10.30 Uhr: Eröffnung der Ausstellung
10.30 bis 18 Uhr: Pilzausstellung, Führung, Beratung und Pilzbestimmung durch Experten der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft. Mitgebrachte Pilze werden bestimmt.
14 Uhr: Vortrag: Kulinarische Pilzfreuden: Kochen mit Pilzen nach Rezepten von Brigitte Ehrenhauser, Gasthaus Vonwiller
16 Uhr: Vortrag: Fäulnispilze sind auch gute Speisepilze von Otto Stoik, GH Vonwiller

• Montag, 17.10.: Öffentliche Ausstellung, Führung, Beratung und Pilzbestimmungen, Schulklassen besuchen die Ausstellung; Lehrerfortbildung

Hier gehts zum Interview mit PilzkundlerOtto Stoik.
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