14.04.2016, 13:47 Uhr

Fahnder befreiten 27 Menschen aus Schlepperfahrzeug

In dem gestoppten Kastenwagen befanden sich 27 Menschen, davon 16 Kinder und Jugendliche. (Foto: Foto: Polizei Rohrbach)

Bei der Anhaltung eines Schlepperfahrzeugs in Rohrbach flüchtete der verdächtige Lenker und konnte im Zuge einer Fahndung festgenommen werden.

ROHRBACH-BERG. Laut Polizeimeldung fiel Polizisten, die in Rohrbach nach Schlepperfahrzeugen fahndeten, am Montag, 11. April, gegen 23 Uhr in der Nähe der Shell-Tankstelle ein verdächtiger Kastenwagen auf. "Das Fahrzeug hatte ein polnisches Kennzeichen und schien stark beladen zu sein – zwei Merkmale, die die Beamten zu einer genaueren Nachforschung veranlassten", gibt Bernd Innendorfer, Pressesprecher der Landespolizeidirektion, auf Anfrage der BezirksRundschau Auskunft und ergänzt: "Kastenwägen oder Klein-LKWs mit ausländischen Kennzeichen werden generell verstärkt kontrolliert." Nachdem das Fahrzeug angehalten hatte, ergriff der Fahrer zu Fuß die Flucht, heißt es weiter in der Polizeiaussendung. Er versteckte sich in einem Wald. "Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis der Verdächtige – ein 31-Jähriger aus der Ukraine – im Zuge der Fahndung schließlich gefasst werden konnte", berichtet Innendorfer weiter. Man habe ihn in einem Schnellrestaurant angetroffen und konnte ihn dann festnehmen.

27 Menschen aus Afghanistan und dem Irak

In dem gestoppten Kastenwagen befanden sich zusammengepfercht 27 Menschen, davon 16 Kinder und Jugendliche. "Sie stammen alle aus Afghanistan oder dem Irak", sagt Innendorfer. Das jüngste Kind war zwei Jahre alt. Laut Polizeimeldung saßen die Kinder zum Teil auf den Erwachsenen und wurden von ihnen gehalten. Es gab kein Licht, jedoch Luftzufuhr im Laderaum. Die Fahrt ging ohne Stopp von Ungarn bis Rohrbach durch. Die Amtshandlung wurde vom Landeskriminalamt, Ermittlungsbereich Menschenhandel/Schlepperei übernommen. Der 31-Jährige wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Linz in die Justizanstalt Linz eingeliefert. Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Die befreiten Menschen wurden in die Polizeianhaltezentren Linz und Wels gebracht. Sie stellten zum Großteil einen Asylantrag.
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