12.10.2016, 08:18 Uhr

„Harvester zerstören die Pilzgeflechte im Wald"

Otto Stoik ist Pilzkundler. Er kommt nach Haslach. (Foto: Foto: privat)
Pilzsammler in der Region stellten heuer fest, dass es extrem wenig Schwammerl und Steinpilze gab.
Stoik: Es hängt sehr von der Gegend ab. In Kärnten, in Tirol und in der Steiermark gab es heuer extrem viele Eierschwammerl. Es wird wohl bei euch in Haslach zu trocken gewesen sein. Andere Pilze gab es in Mengen. Es ist so, dass in manchen Jahren manche Pilze „auslassen“, auch wenn die Bedingungen gut waren.

Beeinträchtigten Harvester das Pilzvorkommen?
Bodenverdichtung führt dazu, dass das Myzel (Pilzgeflecht) zusammengedrückt wird und daher keine Fruchtkörper bildet. Die schweren Maschinen im Wald zerstören das Myzel langfristig, da es sich ja 20 bis 30 Zentimeter tief im Erdreich befindet.

Gibt es aufgrund der Reaktorkatastrophe von 1986 in Tschernobyl noch gesundheitsgefährdende Belastungen bei Pilzen?
Ja. Die Strahlenwerte, besonders bei Maronen-Röhrlingen, sind durch radioaktives Cäsium 137 noch erhöht. Damit es aber gesundheitsbelastend wird, müsste man davon im Jahr mehr als 50 Kilogramm verspeisen. Bei anderen Pilzen noch mehr.

Mehr über die Ausstellung "Alles Schwammerl" in Haslach und die heurige Pilzsaison gibt es hier.
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