04.04.2016, 08:11 Uhr

Mit der Fischotterentnahme soll ab Herbst begonnen werden

Das Abholzen von Laub- und Nadelholz entlang der Bäche – oder wie hier am Bild am Pöschlteich – schreitet voll voran.
BEZIRK (anh). Die Fischmarderproblematik könne man laut Forstmeister Johannes Wohlmacher mittlerweile getrost wie das berühmte Werk von Michael Ende betiteln: die unendliche Geschichte. Sie habe die Fischer dazu veranlasst, im Jahr 2015 sechs anstatt der normalerweise drei oder vier Fischereireviers-Sitzungen abzuhalten, die Schäden am Fischbestand sind enorm. "Sah es voriges Jahr noch so aus, als ob 2015 bereits Fischotter im Bereich der Steinernen Mühl geschossen werden könnten, so hat sich dies vermutlich auch infolge der Wahlen immer wieder hinausgezögert", vermutet Wohlmacher. Nun hat die ARGE Fischmarder das Zepter in der Hand, noch im Herbst soll mit der Entnahme von Fischottern begonnen werden können. Es soll eine Frühjahrs- und Herbstbefischung von insgesamt sechs ausgewählten Strecken an der Steinernen und Großen Mühl stattfinden. Es wird jeweils eine Strecke von 100 Metern befischt. Nach dem dritten Abfischen der gleichen Strecke werden alle Fische verwogen und abgemessen und wieder freigelassen. Für diese Arbeit werden derzeit noch sechs Helfer gesucht. Vorraussichtlicher Termin für die Frühjahrsbefischung ist der 23. oder 24. April.

Vier Biber sollen abgeschossen werden

Sorgen bereitet den Fischern auch der Biber. "Das Abholzen von Laub- und Nadelholz entlang unserer Bäche schreitet voll voran", sagt Wohlmacher. Um den Abschuss von vier Bibern wurde daher bei der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach angesucht. Was Kormorane betrifft, so sei der Einfall im Bereich der Gewässer des Fischereirevieres Rohrbach ähnlich stark wie in den Vorjahren gewesen. Per 31. März wurden 30 Stück erlegt. Graureiher wurden 2015/16 12 Stück erlegt.

Noch keine Besatzfische vorhanden

Heuer kann noch kein Besatz zur Verfügung gestellt werden. "Wir wollen den Abstreifungserfolg der heurigen, entstandenen Bachforellenmutterfische aber dafür nutzen, weitere Mutterfische in einem fischmardersicheren Teich in St. Johann heranzuzüchten", verrät Wohlmacher. In spätestens zwei Jahren soll das Abgeben von Brütlingen an Bewirtschafter dann wieder möglich sein.

Verbesserungen in puncto Gülleausbringung

Hatten die Fischer in den vergangenen Jahren oft mit brutaler Gülleausbringung im extremen Nahbereich von Bächen zu kämpfen, so hätte es im vergangenen Jahr weniger Probleme damit gegeben. Allerdings wurden seit der letzten Sitzung 12 Personen für unerlaubtes Fischen beanstandet. Hierbei gibt es eine neue Vorgangsweise: Schwarzfischer werden angeschrieben und der jeweilige Bewirtschafter hat einen Verwaltungsaufwand von 100 Euro geltend zu machen.
Wichtig ist den Fischern einmal mehr die Betonung, dass die Wasserentnahme, etwa mit einer Tauchpumpe, aus jedem öffentlichen Gewässer oder aus einem an der Grundgrenze fließenden Bach einer wasserrechtlichen Bewilligung bedarf.

Zur Sache

Im vergangenen Jahr wurden 1200 Lizenzbüchel verkauft – die Zahl blieb in den vergangenen Jahren ungefähr gleich. Im Herbst 2015 wurden 62 Personen die Fischerkarte ausgehändigt, im Frühjahr 2016 werden vermutlich 54 Jungfischer eine Fischerkarte erhalten.
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