11.07.2016, 09:53 Uhr

Asphalt brannte bei den PS-Festspielen in Julbach

Thomas Mitgutsch MSC Julbach
Jean Luc David siegt mit neuem Streckenrekord beim Motorrad Staatsmeisterschaftslauf in Julbach.

JULBACH (gawe). Die weiteste Anreise (800 km vom französischen Saint Martin) zum Bergrennen hatte sicher der Sieger der Superbike-Klasse aus dem Vorjahr, Jean Luc David, gehabt. Bereits nach dem Training am Samstag stellte er seine Kawasaki auf Rang eins ab. Klar war, dass beim Rennen am Sonntag der Sieg auch nach Frankreich gehen könnte. „Wegen der Punkte für die Staatsmeisterschaft habe ich nichts riskiert, ich bin die ersten beiden Läufe mit den gewohnten Einstellungen gefahren. Dann dachte ich mir, vielleicht geht es noch schneller und habe die Zündbox gewechselt. Das hätte aber auch in die Hose gehen können", schildert er seine Überlegungen. Mit 1:05:543 (0,46 Sekunden flotter als im ersten Lauf) fräste er dann einen neuen Streckenrekord in den Julbacher Asphalt – ein eindrucksvoller Schnitt von 142 Km/h bei stehendem Start.

Nur auf der Rennstrecke

3500 Rennkilometer fährt Wolfgang Gammer auf seiner PS-Rakete im Jahr. Auf die Frage, wie er sich auf der „normalen Straße“ verhält, antwortet er: „Dort fahre ich sicher nie mehr. Das ist mir viel zu gefährlich. Du weißt nie, ob dir nicht plötzlich ein Autofahrer den Vorrang nimmt oder einer vor dir unvermutet abbiegt.“ Mit immerhin 250 km/h Spitze geht es hier dem Ziel entgegen. Der Landshaag Sieger lenkte seine 217 PS starke BMW auf der 2,57 km langen Strecke auf Rang vier. Thomas Mitgutsch vom MSC Julbach brachte es vor dem Rennen auf den Punkt: „Der Kurs ist heimtückisch. Viele Kurven machen zu. Wenn du glaubst, du kannst andrücken, gibt es oft ein böses Erwachen. Es heißt immer: Gas – bremsen – Gas – bremsen.“ Nach einer sehr guten Zeit im ersten Heat stieg er dann tatsächlich von seiner BMW S1000RR in der Kehre vor Hochkraml gewaltig ab, blieb aber unverletzt. Ebenfalls mit den Strohballen Bekanntschaft machte Lokalmatador Peter Altmann. Im dritten Lauf zeigte er dann wieder die artgerechte Haltung seiner Kawasaki ZX6. Nach einer sehr guten Zeit im Lauf reichte es dann noch zu Platz vier in der Superstock 600 Klasse.

Prominenter Ausfall

Einer der schnellsten Zweiradpiloten, Helmut Schleindlhuber, konnte diesmal nur zusehen: „Voriges Jahr habe ich mich an der Schulter verletzt. Vor einigen Monaten haben wir dann am Pannoniaring trainiert. Ein Anfänger hat mich abgeschossen. Bei gezählten fünf Überschlägen hat es mich jedes Mal auf die ohnehin schon beleidigte Schulter gehaut“, erzählt er. Sohn Manuel drehte dafür gewaltig am Gasgriff und rettete mit einem fünften Platz die angekratzte Familienehre.

„Rennoldie“ am Werk

"1980 bin ich hier schon das erste Mal gefahren", erzählt das Grammastettner Rennurgestein Toni Rechberger. Er fuhr die Strecke vor dem Training übrignes zuerst mit dem Mountainbike ab. "In meinem Alter vergisst du schon wieder sehr viel, da kann ein erneutes Streckenstudium nicht schaden", erklärt der 57-Jährige.

Neuer Streckenrekord

MSC Julbach Obmann und Bürgermeister Johannes Plattner hatte übrigens einen neuen Streckenrekord vorausgesagt, was sich schon im zweiten Trainingslauf bewahrheitete.
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