16.06.2016, 15:32 Uhr

Arbeitsschutzkleidung - Wichtige Infos für Unternehmen

(Foto: (c)Bigstockphoto.com/94395863/kadmy)
Arbeitsschutz bedeutet heute weit mehr als die reine Gefahrenabwehr oder die Risikobeseitigung, um für die Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen. Vielmehr soll die Gesundheit vorbeugend gewahrt und das Arbeiten menschengerecht werden, auch wenn sich die Bedingungen laufend ändern. Unter den Arbeitsschutz fallen viele Punkte, ein ganz wichtiger ist die Arbeitsschutzkleidung. Es gibt klare Regelungen und Vorschriften welche Arbeitsschutzkleidung wann zum Einsatz kommen muss.

Gegen was schützt die Kleidung?


Die Arbeitsschutzkleidung soll gegen viele verschiedene Faktoren schützen.

• Schutz gegen mechanische Einwirkungen
• Erfasst werden durch bewegte Teile
• thermische Einwirkung wie Kälte oder Wärme
• Nässe
• Wind
• Staub
• Gase
• Heiße Dämpfe
• Elektrische Energie
• Flammen, Funken und feuerflüssige Massen
• Chemische Stoffe wie Säuren, Laugen, Lösungsmittel, Fette, Öle oder feste Chemikalien
• Mikroorganisamen
• Kontamination durch radioaktive Stoffe
• Gefährdung durch Fahrzeuge / den Verkehr

Die Schutzkleidung ist eine persönliche Schutzausrüstung mit der die Arme, Beine und der Körper vor schädlichen Einwirkungen geschützt wird. Welche Schutzkleidung für die Mitarbeiter nötig ist, muss der Unternehmer durch eine Gefährdungsbeurteilung festlegen. Darunter fallen die Beurteilung von Art und Umfang der Risiken am Arbeitsplatz, den Arbeitsbedingungen und der persönlichen Konstitution des Mitarbeiters.


Arbeitsschutzkleidung muss viele Kriterien erfüllen


Die Schutzkleidung für Mitarbeiter muss so ausgewählt werden, dass sie den bestmöglichen Schutz bietet. Zudem ist der Tragekomfort ein entscheidendes Kriterium. Es ist auf die Schutzklassen zu achten und für welche Einsatzbereiche die Kleidung angewendet werden darf. Arbeitsschutzkleidung sollte möglichst eng am Körper anliegen, um nicht selbst die Ursache für einen Unfall zu sein. So lässt sich ein Hängenbleiben verhindern. Ob Taschen angebracht sein dürfen oder nicht, ist entsprechenden EN-Normen zu entnehmen und kommt auf die Tätigkeit an, bei der die Kleidung getragen wird.

Manche Schutzkleidungsarten schützen den gesamten Körper, andere nur einzelne Bereiche. Darunter fallen Schürzen, Kittel oder als Ganzkörperschutz ein- oder zweiteilige Anzüge. Einteilige Anzüge sind mit oder ohne Stiefel, Handschuhen und Kopfhaube, die entweder fest eingearbeitet oder abzunehmen sind. Bei der Kopfhaube kann es sich um eine offene Version handeln, ist sie geschlossen, ist die Benutzung eines geeigneten Atemschutzgerätes erforderlich.

Mitarbeiter bei Arbeiten an oder in der Nähe von sich bewegenden Maschinenteilen und Geräten sollen von Schutzanzügen gegen das Erfasst werden von sich bewegenden Teilen so geschützt werden, dass für sie keine Gefahr besteht, durch die sich bewegenden Teile erfasst oder mitgerissen zu werden. Dabei ist wichtig, dass Ärmel- und Beinabschlüsse enganliegen und verstellbar sein müssen. Die Knopfleiste muss verdeckt und es dürfen keine Außentaschen am Anzug vorhanden sein.

Warum Arbeitsschutzkleidung oder Arbeitskleidung?


Warum ein Unternehmen seinen Mitarbeitern eine bestimmte Art von Kleidung vorschreibt, kann ganz verschiedene Gründe haben. Schutzkleidung kommt bei gefährlichen Arbeiten zum Einsatz, normale Arbeitskleidung soll für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgen. Besonders im Handwerk und der Industrie sowie medizinischen Bereichen wird Arbeitsschutzkleidung eingesetzt. Je nach Tätigkeit muss die Arbeitsschutzkleidung vom Unternehmen den Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Anders sieht es aus bei Schutzkleidung, die der Arbeitnehmer aus persönlichen Sicherheitsgründen trägt. Hier können ihm die Kosten teilweise oder ganz auferlegt werden. Schusswesten im Streifendienst sind so ein Beispiel, da sie nicht vom Gesetz vorgeschrieben sind, Beamte sie aber freiwillig aus Sicherheitsgründen tragen können.

Damit die Arbeitsschutzkleidung wirklich schützt, muss sie immer voll funktionsfähig und intakt sein. Weist sie Schäden auf oder ist stark abgenutzt, ist die Sicherheit nicht mehr ausreichend gewährleistet und die Kleidung muss ausgetauscht werden.

Download PDF Infobroschüre - Sozialministerium
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