24.05.2016, 11:10 Uhr

Bürokratie am Bau abbauen

Herwig Mahr, Norbert Hartl, Manfred Haimbuchner, Thomas Stelzer, Kurt Bernegger und Martin Leitl (v. l.) in Riga.

Architekturreise führte oberösterreichische Delegation nach Riga.

OÖ, RIGA (wies). Bei einer Reise nach Riga informierten sich die Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer (VP) und Manfred Haimbuchner (FP) sowie Vertreter der oberösterreichischen Bau- und Baunebenindustrie über die Baukultur in der lettischen Hauptstadt. Das Kulturhauptstadtjahr 2014 hat dort mit dem Neubau der Nationalbibliothek zwar einen städtebaulichen Impuls gebracht, dennoch droht großer Leerstand, viele Häuser werden dem Verfall überlassen. Junge Letten gehen ins Ausland, die Stadt veraltert. "Wenn man diese Häuser sieht, können wir froh sein, dass in Oberösterreich ständig mitsaniert und mitrenoviert wird", sagt Forschungslandesrat Thomas Stelzer. Damit das weiter so bleibt, fordern Norbert Hartl, Bau-Landesinnungsmeister, und Kurt Bernegger, Landesinnungmeister für das Bauhilfsgewerbe, eine Entbürokratisierung am Bau. Probleme machen das neue Baustoffrecycling-Gesetz, Generalunternehmerhaftungen für Subunternehmer und ein starres Arbeitszeitgesetz. "Das meiste hängt man dem Unternehmer um", beklagt Hartl und fordert die Politik auf, den bürokratischen Urwald zu durchforsten. "In Sachen Baurecht werden wir das heuer noch machen", versprach Wohnbau- und Baulandesrat Manfred Haimbuchner. Auch auf Bundesebene will man einen Dialog starten, damit Normen künftig gelockert werden.

Flexible Arbeitszeit
Kurt Bernegger fordert, die Arbeitszeit am gesamten Bausektor nach Auftragsauslastung anzupassen: "Es kann nicht sein, dass wir bei bestem Wetter unsere Arbeiter um vier Uhr von der Baustelle heimschicken müssen, weil die Normalarbeitszeit erschöpft ist." Er kritisiert auch das Sozial- und Lohndumping-Bekämpfungsgesetz. "Es wird nicht dort kontrolliert, wo das kriminelle Potenzial ist, sondern bei inländischen Unternehmen, obwohl man kaum etwas findet."
Holzbauhäuser und Massivbau-Gebäude prägen das Stadtbild von Riga. Martin Leitl, Vertreter der Stein- und keramischen Industrie Oberösterreichs, sieht im Massivbau vergleichsweise viele Vorteile: Massivbaustoffhersteller seien regional verankerte Klein- und Mittelbetriebe, die gerade im ländlichen Bereich für viele Arbeitsplätze sorgen würden. Massivbau sei kostengünstig, ökologisch – nicht zuletzt durch die lange Lebensdauer – und sicher.

Nachhaltige Migrations-Häuser

Er kritisiert, dass gerade im Flüchtlings-Wohnbau derzeit eher auf schnelle, wenig nachhalige Baulösungen gesetzt werde. "Der generelle Anspurch an die Themen Energieeffizienz, Kostenoptimalität und Langelebigkeit dürfte gerade in diesem Zusammenhang nicht aus den Augen verloren werden", sagt er. Leitl lehnt zeitlich befristete Baulösung kategorisch ab.
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