14.07.2016, 08:49 Uhr

Eine Quereinsteigerin mit Liebe zum Detail

Judith Deutschbauer-Rabeder, Geschäftsführerin der Farmgoodies GmbH, ist Unternehmerin des Monats Juli.

NIEDERWALDKIRCHEN (anh). "Die Mutmacherin vom Emerberg", "Von der Hobbybäuerin zur preisgekrönten Unternehmerin" oder "Eine Chefin mit Biss" – das wären nur drei der möglichen Titel für diesen Beitrag gewesen. Alle drei wären für die darin beschriebene Judith Deutschbauer-Rabeder angemessen gewesen und doch hätten sie ihren Mut und ihre Kreativität wohl nie zur Gänze ausdrücken können. Vielleicht werden ihre Kompetenzen durch die ihr überreichten Auszeichnung ein Stück weit greifbarer: Die Farmgoodies Geschäftsführerin ist nämlich Unternehmerin des Monats Juli geworden. Margit Angerlehner, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, überreichte ihr die Urkunde. Dass ihr diese Ehre einmal zuteil werden würde, hätte die dreifache Mutter nie zu denken vermocht.

Andere Sichtweise

Angefangen hat alles nämlich ganz beschaulich – 2012 am alten Hof am Emerberg. Judith und ihr Mann Günther, für die die Landwirtschaft bislang nur eine Nebenbeschäftigung gewesen war, versuchten sich an ersten biologischen Speiseölen aus Lein, Mohn und Raps. Ihre Mission: Regionalität, Qualität und Kreativitat zu vereinen und den Lein zurück ins Mühlviertel zu holen. Das Kultivieren war für die beiden anfangs jedoch eine große Herausforderung, stammten sie doch aus der IT- bzw. Marketingbrache. Vielleicht war dies aber sogar ihr Wettbewerbsvorteil, wie WKO-Bezirksstellenleiter Klaus Grad erklärt: "Quereinsteiger gehen oft mit einer anderen Sichtweise an die Sache heran. Judith und Günther verbinden Landwirtschaft mit Marketing auf eine einzigartige Weise." Mit viel Biss und Begeisterung vergrößerten sie innerhalb eines Jahres nicht nur ihr Ackerland sondern bauten zudem Hanf an und kooperierten mit weiteren Bauern. Die farmgoodies GmbH war geboren.

Immer am Tüfteln

Mittlerweile ist das ehemalige Familienunternehmen längst vom Geheimtipp zur Exklusivmarke avanciert. "20 Bauern aus der Region versorgen uns mit Rohstoffen, 200 Vertriebspartner vermarkten die Kreationen, drei Mitarbeiter verstärken uns", nennen die beiden einige Zahlen. Die Produktpalette wurde um Bio-Senf erweitert und mit der neuen Ernte soll auch Sonnenblumenöl Einzug in das Farmgoodies-Potporrie halten. An weiteren Innovationen wird getüftelt. 2015 wurden zudem neue Produktions-, Lager-, Verkaufs- und Büroräume errichtet sowie eine Abfüllanlage. Bald soll ein von Günther eigens entwickelte Ölpresse dazukommen.

Zutaten des Erfolgsrezepts

Möglich ist dies alles in dieser für die Landwirtschaft schwierigen Zeit nur mit einer Reihe an Zutaten: erstklassige Rohstoffe, eine schonende Verarbeitung, keine Lagerzusätze, eine rasche Aufarbeitung, kurze Transportwege, schmale Strukturen, ein freundschaftliches Verhältnis zu den Lieferanten, ein ansprechendes Marketing, Durchhaltevermögen, Liebe zum Detail und die Fähigkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Vor allem letzteres ist für Judith Deutschbauer-Rabeder keine Selbstverständlichkeit. Auch die Kunden spielen in dieser Erfolgsstory eine Rolle. "Für uns war klar, dass wir uns im Premiumsegment positionieren wollen, das geht aber nur, wenn die Kunden die Produkte sowohl schätzen als auch kaufen", so die Unternehmerin.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.