27.05.2016, 12:13 Uhr

Oberaigner Firmengruppe weiter auf Expansionskurs

Ideen gibt es im Hause Oberaigner zur Genüge.
BEZIRK, ROSTOCK (anh). Rund 240 Mitarbeiter beschäftigt die Firmengruppe Oberaigner – zusammen mit den Autohäusern – an fünf Standorten. Die Allrad- und Getriebeschmiede alleine – ohne die Autohäuser – erwirtschaftete im letzten Jahr 60,7 Millionen Euro, was einer Umsatzsteigerung von 23 Prozent entspricht. Dabei fing die Geschichte des Familienunternehmens, das sich wie ein Märchen liest, ganz beschaulich an – in einem Hinterhof am Rohrbacher Stadtplatz. Dort gründete Wilhelm Oberaigner 1977 eine Mercedes-Benz-Verkaufs- und Werkstätte. Innerlich angetrieben von den strengen Wintern des Mühlviertels, die den Firmenwägen viel abverlangten, tüftelte der Erfindergeist an einer Lösung, um deren Fahrleistung zu verbessern. Das Ergebnis: eine Hinterachs-Differentialsperre und ein Allradantrieb für den Mercedes-Transporter.

Mit dem Sprinter in die Zukunft sprinten

Heute – fast 40 Jahre später – wird die Oberaigner-Gruppe inzwischen nicht nur vom Firmengründer selbst, sondern auch von seinen Söhnen Paul und Georg geleitet. Eine wichtige Rolle in diesem Unternehmensmärchen spielt seit jeher der Mercedes-Benz Sprinter. In der allradbetriebenen Version des Transporters kommt der Antrieb seit 1995 aus dem Hause Oberaigner. Ob zu Expeditionszwecken in der Wüste, als Wohnmobil, Geldtransporter oder Löschfahrzeug der Feuerwehr, wie etwa bei der FF Hinterschiffl – der allradbetriebene Sprinter macht seinem Namen alle Ehre.
Aber auch andere Fahrzeughersteller sind bereits auf den Zug – oder sollte man sagen auf die Powertrain? – aufgesprungen: Seit 2016 ist Oberaigner Werkslieferant für Renault, Kooperationen mit Opel und Nissan sind geplant. Die Geschäftsfelder erstrecken sich von der Serienfertigung – wie etwa beim Sprinter 4x4 und der G-Klasse 6x6 – über Umrüstungen von Fahrzeugen auf Allradantrieb bis hin zu Eigen- und Sonderentwicklungen wie dem Untersetzungs- oder dem Umlenkgetriebe. Letzteres kommt zum Beispiel bei Niederfuhrbussen zum Einsatz. Etwa 1000 Stück verlassen pro Jahr das Werk.

Dort, wo die Ideen sprießen

"Um langfristig als Unternehmen bestehen zu können, muss man in puncto Erfindungen und Patente in der vorderen Liga mitspielen", betont Geschäftsführer Georg Oberaigner. Daher steckte man in den letzten Jahren etwa 70 Millionen Euro in die Entwicklung. Momentan ist es vor allem der Bereich Elektromobilität, in der in der eigens dafür kreierten Abteilung die Ideen sprießen. Ein erstes Ergebnis ist das Planetengetriebe, mit dem sich Antriebsstränge elektrifizieren lassen. "Beim Thema Elektromobilität sehen wir viele Möglichkeiten im gewerblichen und öffentlichen Sektor." Paketdienste oder Schülerbusse etwa wüssten genau, wie weit sie fahren müssen – ideale Kriterien für einen Elektroantrieb."

Von schlauen Köpfen und flinken Händen

Von einem ersten Konzept bis zur tatsächlichen Produktion eines Bauteils braucht es in so einem Betrieb natürlich dementsprechend viele schlaue Köpfe und flinke Hände. "Für engagierte Menschen – vom Lehrling bis zum Akademiker – ergeben sich bei uns vielfältig Jobchancen", sagt Georg Oberaigner. Trotzdem sei es nicht immer einfach, genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden. "Ein Viertel unserer Belegschaft in Nebelberg kommt daher aus Bayern", erklärt der Geschäftsführer. Im Werk in Laage bei Rostock, wo die in Nebelberg hergestellten Getriebe in die Achsen verbaut werden, hätte man diesbezüglich weniger Probleme. Auch die Lage des 2012 eröffneten Werkes ist perfekt, liegt es doch nicht nur in Deutschland, dem umsatzstärksten Land der Oberaigner-Gruppe, sondern auch unweit von Flug- und Seehafen. Man darf also gespannt sein, welche Ideen vom Mühlviertel aus noch dort hinüber schwappen und umgekehrt.

Zur Sache

Die Oberaigner-Gruppe setzt sich zusammen aus: Oberaigner-Powertrain in Nebelberg, Oberaigner Automotive in Laage und Oberaigner Blechtechnik in Ottnang. Außerdem gehören noch Autohäuser in Ottensheim sowie Rohrbach-Berg zur Firma. Mit den Autohäusern werden etwa 240 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz steigend.
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