21.09.2016, 14:41 Uhr

Von der Williamsbirne zum Met

"Ritter der Honigwabe" ist sowohl der Marken- als auch der Produktname des Mets. (Foto: Foto: privat)

Carl und Michaela Jungwirths Bienen bauen die Waben für den Honiglikör gleich in die Flasche – eine Idee, die ihren Ursprung im Obstbrand hat.

ST. OSWALD (anh). In Österreich sichern laut dem Ministerium für ein lebenswertes Österreich rund 25.500 Imker mit etwa 382.600 Bienenvölkern die Bestäubung der heimischen Zier- und Nutzpflanzen. Tatsächlich von der Imkerei zu leben, ist jedoch schwierig, weswegen die meisten davon Freizeit- oder Hobbyimker sind. Und selbst dann, ist es nicht einfach, sich am Markt zu behaupten. Kreativität und Erfindungsgeist sind gefragt – für Carl und Michalea Jungwirth kein Problem, denn sie bringen beides mit. Aushängeschild ihrer Produktlinie "Ritter der Honigwabe" ist der gleichnamige Met. Seine Besonderheit: Die Bienen bauen die Waben gleich selbst in die Flasche hinein. Wie man auf diese Idee kommt? Carl Jungwirth erklärt es folgendermaßen: "Ich war schon immer davon fasziniert, wie eine Birne in einer Williamsbrandflasche wachsen kann und so entstand durch etwas Tüftelei die Idee mit den Waben in der Flasche." Hierfür konstruierte der gebürtige Eferdinger entsprechende Holzkästen, in welche die leeren Gefäße hineingelegt und von den Bienen mit Waben befüllt werden können. Ist der Honig fertig, so wird die Flasche entnommen und mit Honiglikör aufgefüllt. Der beigefügte Alkohol macht die Wabe haltbar. Oberste Priorität dabei: Natürlichkeit. "In der Flasche befindet sich nur rückstandsfreies Wachs", stellen die beiden klar.

Unverhofft kommt oft

Wer jetzt glaubt, dass so eine Erfindung nur Produkt langjähriger Imkerei-Erfahrung sein kann, liegt falsch. Bei Carl und Michaela Jungwirth scheint stattdessen das Motto "Unverhofft kommt oft" zum Tragen zu kommen. Angefangen hat nämlich alles ganz beschaulich, wie Carl erzählt: "Vor fünf Jahren bekam ich zwei Bienenstöcke eines verstorbenen Imkers geschenkt. Die Tiere haben mich schon immer interessiert, mit der tatsächlichen Imkerei hatte ich aber nichts am Hut." Ein Mix aus Interesse und der Chance, einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt leisten zu können, trieben ihn jedoch voran und so war schon bald darauf der erste eigene Honig fertig, ein eigens kredenzter Met folgte. "Im Freundeskreis und bei den Arbeitskollegen kamen die Kreationen super an", erinnert sich Carl zurück. Und da der Met mit der eingelegten Wabe ebenfalls bald sprichwörtlich in aller Munde war, lag auch der Firmenname auf der Hand: "'Ritter der Honigwabe' bezieht sich sowohl auf den Honigwein als mittelalterliches Getränk als auch auf das Hinzufügen einer naturbelassenen Wabe." In nur ein paar Jahren haben die Jungwirths so nicht nur ihre Bienenstöcke auf 30 sondern auch ihr Produktsortiment erweitert. Von Wald- und Cremehonig über Honig mit Waben und verschiedenen Met-Sorten bis hin zu Propolis-Tropfen und Likör reicht die Palette. Auch einen Met mit Blattgold – etwa für feierliche Anlässe wie Hochzeiten – stellen die beiden in St. Oswald her. Nettes Detail am Rande: Die Etiketten stammen aus Sohn Emils Feder.

Zur Sache:

Letztes Jahr hatten die Imker Oberösterreichs massive Winterverluste zu beklagen. Die Rückmeldungen von etwa 60 Prozent der oberösterreichischen Imkervereine brachten einen Durchschnitt von 31 Prozent Verlust an Bienenvölkern. Heuer waren die Ausfälle nicht so massiv und pendelten sich bei 8,9 Prozent ein. Eine der größten Herausforderungen für die Imker stellt nach wie vor die Varroamilbe dar, die als Parasit an Honigbienen lebt und als bedeutsamster Bienenschädling weltweit gilt. Wichtig sei laut Johann Gaisberger, dem Präsidenten des OÖ. Landesverbands für Bienenzucht daher die ständige Fort- und Weiterbildung der Imker, um immer am neuesten Wissensstand zu sein. Das Interesse an der Imkerei selbst ist ungebremst. Im bisherigen Jahr 2016 registrierten sich alleine 600 neue Mitglieder im Landesverband. Außerdem ist ein Trend hin zur biologischen Imkerei festzustellen. Auch heuer hielt man deswegen drei zusätzliche Lehrgänge in diesem Bereich ab. Die meisten Imker sind in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark beheimatet.

Mehr auf: http://www.ritter-der-honigwabe.at/
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