16.06.2016, 11:04 Uhr

Identitären-Demo: Polizei ermittelt wegen Mordversuchs

Am Neubaugürtel kamen sich Demonstranten und Gegendemonstranten sehr nahe - brenzlige Situationen waren die Folge.

Die Beamten gehen davon aus, dass ein Teilnehmer der Demonstration von einem Dachboden aus mit einem Stein getroffen wurde.

WIEN. 13 Verletzte, darunter 4 Polizisten, das ist die offizielle Bilanz der Polizei nach dem Einsatz letzten Samstag, als sich Identitäre und deren Gegner am Neubaugürtel begegneten. In einem Fall wird nun wegen Mordversuchs ermittelt.

Die Tat geschah laut Polizei um etwa 15:35 Uhr an der Ecke Neubaugürtel/Goldschlagstraße. "Mehrere Zeugen beobachteten einen Mann, der sich auf dem Dach des Gebäudes Goldschlagstraße Nr. 2 befand. Dieser Mann warf laut Zeugenangaben den Stein vom Dach des Gebäudes auf den Demonstrationszug der Identitären", heißt es in einer Aussendung der Landespolizeidirektion. Dieser Stein soll für die Kopfverletzung jenes Identitären verantwortlich sein, der sich seit dem Marsch in der Intensivstation befindet. Es handelt sich um einen 17-jährigen Deutschen. Er erlitt laut Polizei eine Gehirnblutung durch einen Venenriss.

Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang auch nach den Personen, die ein Transparent mit der Aufschrift "Nationalismus raus aus den Köpfen" auf einem Kran bei der Goldschlaggasse angebracht haben. Sie glauben, dass diese Personen auch über das Haus auf den Kran geklettert sind, in dem sich der oben beschriebene Täter befand.

Der Neubaugürtel war am Samstag Schauplatz teils heftiger Auseinandersetzungen. Die Polizei ermittelt auch gegen jene Personen, die Identitäre und Polizisten mit Gegenständen beworfen haben. Derzeit wertet sie Videomaterial aus. Der Polizeieinsatz, bei dem die Beamten viel Pfefferspray verwendet hatten, war nach der Demonstration kritisiert worden.
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